Bus-Bahnhof Tübingen: Vorbilder gesucht!

Die anstrengende und lohnende Suche nach dem besten Busbahnhof für Tübingen

11 Stunden fuhren gestern Gemeinderat (fast alle Fraktionen, von der Tübinger Liste: Ute Mihr und Ernst Gumrich) und die Verwaltung gemeinsam nach Esslingen, Ludwigsburg, Rutesheim, Friolsheim und Böblingen. Ernst Gumrich, der hier seine Eindrücke schildert, dankt Frau Korth, die das „super toll vorbereitet“ hatte. Sie hat sich offenbar in der neuen Aufgabe „Europaplatz“  nicht nur über die vorhandenen Pläne gebeugt und „arbeitet sie jetzt ab“. Sie hat sich Zeit genommen im In- und Ausland Busbahnöfe zu besuchen und genauestens auf Vor- und Nachteile zu untersuchen.
  • Dach oder kein Dach über Busbahnhof?
  • Barrierefreiheit?
  • Toilettensituation?
  • Fahrradparkierung?
  • städtebauliche Bereicherung oder trostlose Totflächen?
  • Was kommt zuerst, Funktion oder städtebauliche Wirkung? Ja klar, beides, aber wo bitte beißt es sich meistens, wo kommen wir nicht um eine Abwägung?
Drei (vorläufige) Erkenntnisse:
(A) Das ganz große Bild: Es ist enorm schwierig, die Anforderungen an einen Busbahnhof der Zukunft zu definieren. Die Mobilität, inkl. der zukünftigen Ausprägung des ÖPNV steht vor einem völligen Umbruch. Elektro-Mobilität? Wasserstoff? Selbssteuerung? Wir bauen solch einen Busbahnhof in Tübingen genau in dieser Umbruchsphase und wir tun es für die dann folgenden 30-50 Jahre. Wir müssen also den (ziemlich unbekannten) Wandel durch Wandlungsfähigkeit einplanen. So ein Satz schreibt sich leicht, der praktische Umgang damit ist enorm schwer.
(B) Die extreme Lupe: Wie komme ich als behinderter oder alter Mensch von diesem Busgleis zum anderen da drüben? Ja, wir sollten möglichst trocken dem Umstieg am Bahnhof schaffen und wind- und regengeschützt auf den Bus warten können. Aber wie begegnen wir den machmal entstehenden Angst-Räumen, wie hoch dürfen die   Kosten für solch ein Dach sein?
Der Boden war überall eine Woche nach Fertigstellung noch wunderschön; aber danach, mit all den schwarzen Kaugummiflecken?
Fußgänger kreuzen den Busverkehr: Mit oder ohne Fußgängerampel?
Es kommt auf all diese Details entscheidend an. Der Blick auf schöne Pläne auf Papier reicht nicht. Die Menschen müssen eine Realität vorfinden, wo es manchmal auf ein paar Zentimeter mehr oder weniger Absenkung des Bordsteins ankommmt.
(C) Das große Thema Räder: Wir wollen den Umstieg aufs Rad für die letzte Meile von und zum Bahnhof?
Aber wohin mit diesen sperrigen Geräten? Ludwigsburg hat uns einen Fingerzeig gegeben: Wohl nur in Kombination von drei unterschiedlichen Typen von Parkierungsmöglichkeiten:
(1) Low Tech, Freiluftparken, Anleinen an normalen Bügeln oder etwas platzsparend an sog. Doppelparkern (sieht man viel in Holland an den Bahnhöfen).
(2) Fahrradparken in bewirtschafteten low-Tech Parkhäuasern mit etwas persönlicher Betreung + Service, Verleih etc und wahrscheinlich auch
(3) platzsparendes und hoch sicheres Parken für die teuren Pedelecs und E-Bikes in automatischen Parkäusern.
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Gehen Sie mit Paul-Janosch Ersing und Ernst Gumrich die Strecke vom geplanten Stadtbus-Bahnhof zum geplanten Fernbus ab. Bei Nacht! Spannend!
https://www.facebook.com/tuebingerliste/videos/vb.244300872417162/831781823669061/
Nein, nicht nur spannend: abstrus!  Die Fernbusse gehören zu den Bussen!

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