NEU: Mail der Bürgerinitiative: info@bi-aubrunnen.de

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24. März 2017

Bruno Gebhard, Sibylle Hartmann und Reinhard von Brunn erhielten  Applaus für ihre Plädoyers.

Bereits im Januar 2016 hatten die NaturFreunde Ortsgruppe Tübingen und der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg, Arbeitskreis Tübingen, eine gemeinsame Resolution verabschiedet (siehe unten). Sie diente als Diskussionsgrundlage für die Mobilisierung gegen die Überbauung des Trinkwasser-Schutzgebietes Au-Brunnen am 24. März im Gemeindehaus Lamm. Auf ein Ziel einigten sich die rund 100 anwesenden Brunnen-Schützer: “Die BI Au-Brunnen fordert ungeschmälerten Erhalt des Wasserschutzgebietes Au-Brunnen. Die auch nur teilweise Umwandlung in ein gewerbliches Baugebiet oder eine andere Nutzung lehnen wir strikt ab.” Bereits in zwei Wochen ist das nächste Treffen geplant. Dann sollen die Führung und Maßnahmen besprochen werden.

Über die Gründungsversammlung der Bürger-Initiative Au-Brunnen berichtet ausführlich das Schwäbische Tagblatt vom 24. März 2017

21. März 2017

Eine neue Bürger-Initiative wird gegründet: Erhaltet den Au-Brunnen!

Auf Initiative der Alternative und Grüne Liste Tübingen e.V. wird am Mittwoch, 22. März eine Bürger-Initiative gegründet, um den Au-Brunnen vor der Überbauung als Gewerbegebiet zu retten. Die Tübinger Liste setzt sich seit Beginn der Diskussion für den Erhalt der Trinkwasser-Brunnen in Tübingen ein und unterstützt daher diese Aktion.

In vielen Ländern dieser Welt ist zu beobachten, welch dramatische Folgen Wassermangel für die Menschen hat. Daher wünschen wir uns für Tübingen eine dauerhaft eigenständige Wasserversorgung und den Erhalt aller Brunnen.

Die Au ist der älteste aktive Brunnen in Tübingen. Er wurde 1905 in Betrieb genommen und besaß zeitweise drei Pumpen mit einer hohen Förderleistung. Nach Tübingens Anschluss an die Bodenseewasserleitung wurde in den 1960-er Jahren die Wasserentnahme von Au I herunter gefahren und liegt heute bei einer Förderleistung von 40 l pro Sekunde. Im Gegensatz zu den Reservebrunnen im Neckartal und dem Hirschauer Gehrnfeldbrunnen ist die Au ein Tiefbrunnen, der auch dann sauberes Trinkwasser liefert, wenn der Neckar über die Ufer tritt und diese Brunnen wegen möglicher Keimbelastung abgestellt werden müssen.
Seit 112 Jahren wird der Au-Brunnen genutzt, unterhalten und gewartet. Das hat Hunderttausende Euro an (Steuer-)Geld gekostet. War das alles unnötig wie ein Kropf? Wer wird für diese Ausgaben haftbar gemacht, wenn der Au-Brunnen mir nix dir nix stillgelegt werden kann?
Die Bodenseewasserleitung ist eine feine Sache, so lange sie funktioniert. Doch wie jedes Werk des Menschen birgt sie auch erhebliche Risiken.
  • Alle Pipelines dieser Welt sind störanfällig für Sabotage (Sprengung) und Erdbeben (Hohenzollerngraben!).
  • Das Bodenseewasser könnte vergiftet oder atomar verseucht werden und als Trinkwasserquelle ausfallen.
  • Und selbst wenn wir nicht an solche Horror-Szenarien denken mögen, scheint der Klimawandel mit seinen Folgen unaufhaltsam. Er führte nach Erkenntnissen der Internationalen Gewässerschutz-Kommission für den Bodensee dazu, dass die Seetemperatur im Winter 2015/16 um 2 Grad über dem langjährigen Mittel lag. Aus einer Simulation zur Entwicklung der Wassertemperatur im Bodensee bis 2085 geht hervor, dass sich die winterliche Wassererwärmung fortsetzen wird. Sie birgt den Angaben zufolge die Gefahr, dass Sauerstoffmangel in tiefen Seezonen entsteht und Organismen schädigt (Südwest-Presse v. 9. Februar 2016). Davon bleibt die Wasserqualität nicht unbeeinflusst.
Der Bodensee bietet uns also keine Ewigkeitsgarantie. Daher: behütet die eigenen Quellen und Brunnen – Hände weg vom Au-Brunnen!
Ein Wort zu den angeblich in Tübingen fehlenden Gewerbeflächen, die den Druck auf das Wasserschutzgebiet Au auslösen:
man nehme die riesigen Parkflächen einer Reihe Tübinger Autohäuser und Grossmärkte und ersetze sie durch Parkhäuser, befreie die Hof-Flächen einiger Baugeschäfte und Betriebe von Schrott-Maschinen, Schutt und Altholz und baue Werkstatt- und Lagerhallen nicht mehr als einstöckige Flachbauten, sondern kombiniere sie mit Büro- und Wohnräumen. Wenn die Grundsätze der Innenverdichtung auch für Gewerbebauten angewandt würden, hätte so mancher Betrieb noch Platz.
Eine Bestärkung:
Die NaturFreunde, Ortsgruppe Tübingen und der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg, Arbeitskreis Tübingen haben im Februar 2016 folgende Resolution verabschiedet und öffentlich gemacht:
“Resolution
Die Tübinger NaturFreunde und der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg Arbeitskreis Tübingen fordern den Erhalt des Wasserschutzgebiets

Au-Brunnen. Die Umwandlung in ein gewerbliches Baugebiet oder eine andere Nutzung lehnen wir strikt ab.

Begründungen:
1. Sauberes Trinkwasser ist eine Lebensgrundlage. Die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen hat Vorrang vor allen anderen Nutzungen. Dieser Grundsatz hat Priorität – vor allen anderen Zielen menschlichen Wirtschaftens.
2. Auch wenn die Versorgungssicherheit derzeit auf andere Weise gewährleistet werden kann, muss das Wasserschutzgebiet mit dem Au-Brunnen für künftige
Generationen und für Notfälle bereitgehalten werden.

3. Der Bodensee wird in seiner Eigenschaft als wichtigstes Trinkwasserreservoir schon jetzt durch den Klimawandel beeinträchtigt. Das Risiko ist bei einem Anteil von knapp ¾ des Tübinger Trinkwassers bedeutend.

4. Wenn das Wasserschutzgebiet einmal aufgegeben ist, ist es unwiederbringlich verloren.

5. Eine dezentrale Wasserversorgung entspricht Prinzipien der Nachhaltigkeit mehr als eine zentrale Versorgung. Es geht hier um eine Frage von Werten; technische Sachargumente sind nachrangig. Deshalb ist es wichtig, dass das Thema von einer möglichst breiten Öffentlichkeit erörtert wird.”
Dem ist nichts hinzuzufügen.
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