Der Au-Brunnen bleibt: Die Tübinger Stadtverwaltung will die Fläche des Trinkwasserbrunnens, der im Notfall die Versorgung der Stadt sichern könnte, nun doch nicht als Gewerbefläche ausweisen – obwohl sie ihn für entbehrlich hält. Es seien zu viele Bürger dagegen.
Die Verwaltung wird die Aufgabe des Au-Brunnens in seiner Funktion als Notwasser-Brunnen nicht weiterverfolgen, sagte Palmer am Montag im Verwaltungsausschuss.

Wir hatten es allen besorgten Bürgern zugesichert: Die Sache bekommt nie eine Mehrheit im Gemeinderat. Heute hat nun gerade eben unser Oberbürgermeister Palmer seinen Alleingang endgültig auch selbst für beendet erklärt. Das ist gut.
Aber seine Formulierung war von einer anderen Welt: “Es nutzt nichts, wenn man 40 Gemeinderäte hinter sich hat, aber einen ganze Stadt geschlossen dagegen.” Mit Verlaub: Unsere interne Zählung der Gemeinderatsverhältnisse hätte ihm nicht mehr als 10 von 40 Gemeinderätinnen und Gemeinderäten gegeben, die ihm gefolgt wären. Selbst seine AL/Grünen standen nur zum Teil bei ihm.
Erleichterung ist angesagt…

…bei der Tübinger Liste und allen Naturschutzverbänden und sicherlich auch bei Ihnen, liebe Leser!

 

Aber, wie der Schwabe sagt, man muss immer auf dem “Quivive” sein. Da stimmt auch Barbara Lupp vom BUND zu:

Ist riskant

Die Diskussion um den Tübinger Au-Brunnen geht weiter.

Die “Boomtown” Tübingen hat einen Bedarf an Gewerbeflächen und verständlicherweise wenig Interesse, auf diese zugunsten anderer Kommunen zu verzichten. Trotzdem kann man sich fragen, ob die in der Infoveranstaltung zum Au-Brunnen aufgemachte, einfache Rechnung: Umwandlung der Au in Gewerbegebiet = Arbeitsplätze = Steuereinnahmen = Erfüllung diverser Bürgerwünsche der Realität entspricht. Schließlich wurden mehrfach Gewerbe- in Wohnflächen umgewandelt, auch, weil man sich mit einem Zuwachs an (gutverdienenden) Einwohnern mehr Einnahmen pro Quadratmeter verspricht als mit mehr oder weniger florierenden Gewerben … erst recht übrigens als mit den nahebei gelegenen, mittlerweile beseitigten Kleingärten – ehemals ,kleine Fluchten’ gerade für dichtwohnende Wenigverdiener!

Für den BUND war es trotz intensiver Recherche bisher nicht einfach, über das SWT-Kurzgutachten beziehungsweise den “Faktencheck” des Flächennutzungsplans hinausgehende, aber für die Beurteilung des Gebietes unerlässliche Informationen zu erhalten – im Gegenteil: Zuständige Institutionen und Verwaltungen argumentierten widersprüchlich und selektiv.

Klar ist, dass die große Abhängigkeit vom Bodensee – von dem ich, anders als im Artikel vom 4. Mai zitiert, nicht annehme, dass er versiegen könnte, aber dass eine (beabsichtigte) Verunreinigung zu einer zeitweiligen Unterbrechung der Wasserlieferung führen kann – riskant ist. Empfehlung: Jetzt hingehen und sich selbst ein Bild von der randlich belasteten, aber grünen Au machen!

Barbara Lupp, Tübingen,

BUND-Regionalverband Neckar-Alb

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