Die B28 neu kann gebaut werden: Das Bundesverkehrsministerium in Berlin hat gestern, am 20. Juli 2015, notwendige 27,9 Millionen Euro für die Strecke zwischen Tübingen und Rottenburg bewilligt.

Vor allem die vom Verkehr genervten Straßenanrainer in Hischau und Wurmlingen hatten seit Jahren darauf gedrängt, dass die B28 zwischen Rottenburg und Tübingen weitergebaut wird, um dadurch eine deutliche Entlastung vom Durchgangsverkehr in Richtung A81-Tübingen zu erhalten. 7,1 Kilometer lang ist der B-28-Abschnitt zwischen dem südwestlichen Stadtrand von Tübingen und der Rottenburger Osttangente. Allerdings: Allen Leuten recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann. Den Kiebingern geht die Trasse zu nah an den Häusern vorbei, Bühler Anwohner kämpfen um mehr Lärmschutz.

Das Geld für die B28 neu durchs Neckartal ist bewilligt
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Grafik: Uhland 2 / Karte: www.stepmap.de

Zuletzt hatte die Bürgerinitiative Neckartal immer wieder mit Aktionen auf das große Verkehrsaufkommen in den Ortschaften zwischen Tübingen und Rottenburg aufmerksam gemacht. Zeitweise verlangsamten Anlieger durch so genanntes “kreatives Parken” die Pendlerströme.
In Kiebingen hatten viele für eine Tieferlegung der Trasse plädiert. Als Verlierer im Kampf um eine vernünftige Lösung sehen sich auch Guido Lohmüller und Ottmar Raidt von der Interessengemeinschaft B 28 in Kiebingen. Lohmüller hatte noch Anfang des Jahres eine Notlösung vorgeschlagen, eine kleine Unterführung unter der B 28 a, damit die Einwohner möglichst unkompliziert in die Neckaraue gelangen. Nicht nur Spaziergänger, Freizeitsportler und Festplatzbesucher, sondern auch täglich Hunderte von Fahrradfahrern auf dem Weg zu Rottenburger Schulen, Behörden und Geschäften. Doch der Vorschlag wurde vom RP und Rottenburgs Oberbürgermeister Stephan Neher umgehend zurückgewiesen. Er sei technisch nicht machbar; in Wirklichkeit ging es jedoch darum, die vorhandene Planung nicht durch nachträgliche Veränderungen zu gefährden.

Das Tagblatt kommentiert: “Die beiden Bundestagsabgeordneten Annette Widmann-Mauz (CDU) und Martin Rosemann (SPD) zeigten sich in einer gemeinsamen Pressemitteilung beglückt über den Geldsegen aus Berlin. “Über Jahrzehnte haben die Anwohner im Neckartal zwischen Rottenburg und Tübingen die Hoffnung nicht aufgegeben und für den Baubeginn gekämpft. Mit ihrem beherzten und unnachgiebigen Engagement haben sie mit dazu beigetragen, dass das Thema immer ganz oben auf der Tagesordnung blieb”, erklärte Widmann-Mauz. Und Rosemann ergänzte: “Ich freue mich vor allem für die Hirschauer und Wurmlinger, verspreche mir aber auch Entlastungen für Unterjesingen.”

Mit der Mittelzusage aus der Hauptstadt können die Bauarbeiten nun ausgeschrieben werden.”

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