Viel ist über die Situation der Tübinger Bäderlandschaft und deren zukünftigem Ausbau berichtet und diskutiert worden. Ökonomisierung, Wasserflächenausnutzung und Funktionalität sind einige der Diskursbegriffe, jedoch lohnt es sich auch die alltäglichen Bädererfahrungen mit einzubeziehen.

Ich persönlich kam vor knapp fünf Jahren im Zuge meines Studiums nach Tübingen. Hallenbäder waren für mich bis dahin stets leere, stickige Badeeinrichtungen mit überfüllten Kinderbecken und nahezu kaum benutzten Schwimmerbahnen. Im Gegensatz dazu steht die Tübinger Bäderlandschaft: täglich knappe Badezeiten, überfüllte Bahnen, die ein zügiges Schwimmen nahezu unmöglich machen. Auf der einen Seite lernte ich die schwimmbegeisterte Stadtgemeinschaft zu schätzen, auf der anderen Seite frage ich mich stets, wie es überhaupt möglich ist, dass trotz maximaler Auslastung und nicht optimalen Trainingsbedingungen Tübingen eine der Sporthochburgen der Region sein kann. Wie schafft es ein national erfolgreicher Schwimmverein, die Bundesligateams des Mey-Post-SV Tübingens und deren Breitensportbereich ausreichend auf einer 25-Meter-Bahn zu trainieren? Fest steht, dass deren Leistungen im Hinblick auf die Bädersituation nicht hoch genug einzuschätzen sind.

Der Bau eines neuen Hallenbads Süd mitsamt 50-Meter-Bahn würde für noch mehr Schwimmbegeisterung bei Leistungs- und Freizeitsportlern innerhalb Tübingens führen – ist also eine Bereicherung für uns alle.

Hannes Becker, 30. Oktober 2018

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