16. Mai 2018

Die gute Nachricht zuerst: erfreuliche Bilanz 2014 – 2018

Es goß, als wir ankamen. Ein Glück, dass das Bebenhäuser Backhaus ein stabiles dichtes Vordach bietet, dass Ortschaftsräte, Bürger und Vertreter der Tübinger Liste sich dort im Trockenen um Hansjörg Kurz scharen konnten. Souverän leitete Ortsvorsteher Kurz seine Gruppe zu den wichtigsten Themen des kleinsten Tübinger Teilorts. Der 72jährige Jurist fühlt sich von der Stadtverwaltung Tübingen verstanden, gut bedient und ist zufrieden mit dem, was er in den vier Jahren seiner Amtsführung erreicht hat:

  • Ausbau des Kinderhauses, Anbindung an die Waldschule am Schönbuchrand mit Mittagsbetreuung
  • Renovierung des Backhauses. Es wird im Juni eingeweiht.
  • Kein Busverkehr mehr im Ort
  • Der Friedhof wurde in Richtung Südwesten erweitert, auf dem Klosterfriedhof dürfen weitere Personen beerdigt werden. Die alten Wegplatten wurden neu und glatt verlegt. Eine barrierefreie Zufahrt von Süden her ist in Planung.
  • Eine barrierefreie Toilette befindet sich im Schlosshof am Forstamt, Mittel für eine weitere im Rathaus sind bewilligt.
  • Einige gepflasterte Wege zum Kloster hinauf sind teilweise abgeschliffen und damit bequemer begehbar, auch für Rollatoren.
  • Am Ziegelberg/Rittweg: zur Zeit wird die Brücke saniert, ein Gehweg rechts ist in Arbeit. Aber… siehe unten.
  • Schönbuchstraße: Eine verkehrsberuhigte Zone vor der Ziegelberg-Brücke ist eingerichtet, über deren Erweiterung wird mit den Ortschaftsräten verhandelt.

Und nun die Herausforderungen

Erstes Ziel: Den Durchgangsverkehr begrenzen, Gehwege verbreitern und die Schönbuchstraße beruhigen

Das Thema Rittweg erhitzte die Gemüter, denn diese Verbindung von der ehemaligen Bundesstraße, durch den Ort und den Wald nach Tübingen hinauf produziert Lärm und Gefahren. Es ist zu fürchten, dass der Verkehr über den Rittweg deutlich zunimmt, wenn der Technologiepark Obere Viehweide voll funktioniert. Viele Bewohner aus Waldhäuser Ost, von der Wanne und sogar von Hagelloch ziehen, wenn sie Böblingen ansteuern, den Rittweg der Lustnauer Adlerkreuzung vor, die in Stoßzeiten chronisch verstopft. Ein landschaftlich wunderschöner Schleichweg! Während unseres Besuches verirrten sich mehrere Fahrzeuge mit auswärtigen Nummernschildern, von Navigationsgeräten irregeleitet, zur Ziegelberg-Brücke und mussten wegen der augenblicklichen Baustelle wieder zur Landesstraße umkehren.

Bebenhäuser Bürger meldeten sich zu Wort: “Wir sind zu 90 Prozent dafür, dass der Rittweg offen bleibt,” betonte Rechtsanwalt Rainer Deubel. Eine ganz andere Meinung vertrat Professorin Barbara Scholkmann, die, wie Unternehmerin Anke Brucklacher den Rittweg am liebsten für den Durchgangsverkehr sperren würde. Zur Selbsthilfe griff eine Mutter, Patricia Glanz, die einfach Blumentöpfe auf die Verkehrsfläche der Schönbuchstraße stellte, um auf Kinder aufmerksam zu machen.
Ingrid Hassberg, die in Waldhäuser Ost zu Hause ist, schlug ferngesteuerte Poller für Anwohner vor. Die Anwohner der Schönbuchstraße sähen es gern, wenn die schon ausgewiesene Spielstraße noch weitere 100 Meter weiter nach Norden ausgedehnt würde. Die Gehwege sind ohnehin so schmal, dass zwei Personen nicht nebeneinander gehen können.

 

Zweites Ziel: Ein großer Parkplatz für Touristen

Ganz Bebenhausen steht unter Denkmalschutz, seine Grünflächen, seine Wege, seine Gebäude. Nichts darf ohne Genehmigung des Denkmalamtes verändert werden. Tübingen ist stolz auf dieses Kleinod, freut sich, dass jährlich 100.000 Besucher zu Schloss und Kloster finden. Auch die Schlossverwaltung hat nichts gegen Zulauf, und dennoch hat sie den Seebach-Parkplatz unterhalb der Klostermauer für Mitarbeiter der Forst- und Schloss-Verwaltung reservieren lassen, ohne den Ortschaftsrat einzubinden. Dort können andere Personen nur noch drei Stunden mit Parkscheibe parken.

Und hier dräut das zweite Problem der Bebenhäuser: der Touristen-Parkplatz an der Landesstraße ist viel zu klein. Die doppelte Fläche müsste eingerichtet werden. Rund um Bebenhausen ist ein Flora- und Fauna-Habitat ausgewiesen, eine ökologisch wertvolle Fläche, die bei Flächen-Versiegelung auf jeden Fall Ausgleichsmaßnahmen bedingt. Ortsvorsteher Hansjörg Kurz sucht mit seinen Räten nach Lösungen.

Drittes Ziel: Die Gefahrenpunkte an der Ortseinfahrt entschärfen

“Vergessen” haben Regierungspräsidium und Landratsamt die Kreuzung am Waldhorn, als sie den Radweg von Dettenhausen nach Tübingen ausbauten. Das war 2016. Zwei Jahre später hoppeln die Radler zunächst auf den Parkplatz des Gasthauses und dann auf die Landesstraße. Ein unsägliches Provisorium aus abgeschrägten Holzbalken soll die 15 cm hohe Bordsteinkante  abmildern.

Damit nicht genug: Auch die Kinder, die den Zebrastreifen von der Bushaltestelle gegenüber betreten, werden oft zu spät gesehen. Ein wenig “Erde abkratzen am östlichen Hang” würde für bessere Sichtbarkeit sorgen. Doch das scheiterte… am Juchtenkäfer…

Gastfreundschaft wie bei Königin Charlotte

Zur Überraschung der Gäste gab es im Anschluss an den ausgiebigen Rundgang Kaffee und Brezeln im Rathaus. “Wie hält es die Tübinger Liste mit dem TÜBus umsonst” wurde beim gemütlichen Gespräch gefragt: schwierig!  “Wird uns die Tübinger Liste unterstützen?” Aber ja doch.

 

Reinhard von Brunn, Klaus Dieter Hanagarth, Gebhart Höritzer und Ute Mihr bedanken sich herzlich für den informativen Nachmittag!

Tübingen, den 16. Mai 2018

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