Bürger-App: demokratisch?

„Egoismus gefördert

In einem Leserbrief hatte ich, gleich zu Beginn, die Sicherheit der Bürger-App in Frage gestellt. Die Beilage in der Samstagsausgabe des TAGBLATTs macht genau das deutlich, was ich bemängelt hatte. Es wird versucht, vorgegebene Fragen zu Gunsten einer kapitalstarken Mehrheit (die Gruppe der empfehlenden Absender) gegen eine kapitalschwache Minderheit (der Freundeskreis Pro Uhlandbad) durchzusetzen.

Diese Samstagsbeilage muss unbedingt beachtet, hinterfragt und politisch ausgewertet werden. Für mich ist diese App ein Ansatz, das demokratische System auszuhebeln. Bei allem Respekt vor Ihrer Arbeit und Ihrem Einsatz Herr Palmer, aber bitte machen Sie das gut, was Sie gut können, und lassen Sie bitte die Finger von solchen Geschichten wie der Bürger-App, solange diese nicht ausgereift sind.

Mit der Fragestellung Uhlandbad oder Konzertsaal und der Aussicht auf ein neues Hallenbad werden die Bürger/innen in Lager gespalten und nicht der Gemeinsinn, sondern der Egoismus gefördert. Wir brauchen keine Anleitung für eine Ellenbogengesellschaft! Tübingen braucht ein Bäderkonzept, das den Bedarf der Sport-, Freizeit- und Gesundheitsschwimmer deckt und ein vernünftiges Konzept für eine Stadthalle, welche auch für Tagungen und Konzerte genutzt werden kann. Ein Konzertsaal im Uhlandbad würde weder den Bedarf einer Stadthalle noch den einer Tagungsstätte in Tübingen decken. Durch diese Samstagsbeilage wird das Bekenntnis zum Erhalt vom Uhlandbad auch zu einer Zustimmung zur Demokratie.“

Ivo Lavetti, Tübingen, 12. März 2019

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