Besser wird’s nicht!

Jedes Wochenende rücken frühmorgens in Tübingen ein Dutzend Straßenreiniger aus. Sie räumen auf mit dem, was von den Feiern draußen übrig bleibt (“Die Reste der Feste”, 9. Juli).

(…) Ich möchte – auch aus eigener Betroffenheit – noch einige Aspekte ergänzen:

Seit Jahren räumt die Stadtreinigung allmorgendlich Hinterlassenschaften von Partygängern weg – ein “Rundum-sorglos-Paket”, besonders eindrücklich zu beobachten an der Stiftskirchentreppe. Pädagogisch gibt man damit ein verheerendes Zeichen, hat das eigene Fehlverhalten – oft auch verharmlosend “Zeitgeist” genannt – doch keinerlei negative Konsequenzen und verfestigt sich dadurch (klassische Lerntheorie!). Zudem hat die Stadtreinigung genügend andere Aufgaben.

Hinsitzen, trinken, Müll liegen lassen – das wird sich von alleine nicht ändern. Und ist Teil eines gesamtgesellschaftlichen Problems, das immer offensichtlicher wird. Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen, Rücksichtnahme, Umgang mit der Stadt, in der man lebt, den Mitbürger(inne)n – bleibt das zunehmend auf der Strecke? Und das Müllproblem betrifft nicht nur die bekannten Partyzonen: mittlerweile trifft man selbst auf dem Stadtfriedhof auf Party- und Haushaltsmüll, in innenstadtnahen Quartieren haben die Anwohner jedes Wochenende damit zu tun, zerdepperte Glasflaschen und sonstige unappetitliche Reste des “geänderten Freizeitverhaltens” zu entfernen – und das auf eigene Kosten.

Also: Besser wird’s nicht! Wir müssen jetzt etwas unternehmen – nur mit Hinterherräumen ist es nicht getan. Neben Überlegungen zu präventiven Maßnahmen sind auch Kontrollen und – wo nötig – Sanktionen ein probates Mittel zur Verhaltensänderung, letztlich lernt der Mensch (fast) nur über Konsequenzen.

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