Kick auf Granaten

Der Bolzplatz im Aischbach wird verfüllt

Seit im Juni 2014 bei Baggerarbeiten während der Sanierung des Kleinspielfeldes bei der Aischbachschule eine Sprenggranate gefunden wurde, ruhen die Arbeiten dort. Die Baugrube soll jetzt aufgefüllt und für den Bolzplatz ein neuer Standort gesucht werden.

Tübingen.Im Juni 2014 war ein Baggerführer gerade dabei, den Boden des Bolzplatzes bei der Aischbachschule auszuheben, als er auf die Granate stieß. Der Zünder der etwa 40 Zentimeter langen und mit TNT oder einem TNT-Gemisch gefüllten Granate war noch gesichert – sie war also nicht abgeworfen worden. Vermutlich, so teilte die Verwaltung jetzt dem Gemeinderat mit, stamme die Granate von den Alliierten, die während des Zweiten Weltkriegs auf dem Gelände Übungen abgehalten hatten. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) nahm damals die Granate und einige ebenfalls gefundene Kampfstoff-Flaschen mit. Seitdem ist auf dem Gelände nichts mehr passiert, denn der KMBD hat es nicht frei gegeben. Möglicherweise liegen noch weitere Geschosse unter dem Bolzplatz. Doch das herauszufinden, gestaltet sich als schwierig. Das Gelände wurde nämlich vor dem Zweiten Weltkrieg als Mülldeponie genutzt – jede Menge Schrott und Müll wurde dort gelagert und später einfach mit Erde überdeckt.

Die Suche nach Kampfmitteln mit einem Metallsuchgerät hat also keinen Sinn. Vielmehr müsste die gesamte Fläche komplett abgetragen und die als ungefährlich eingestuften Altlasten entsorgt werden. Das allerdings würde mehrere hunderttausend Euro kosten.

Die Verwaltung hat deshalb jetzt dem Gemeinderat vorgeschlagen, die Fläche wieder aufzufüllen und mit einem halben Meter Boden zu überdecken. Für den Bolzplatz soll ein anderer Standort gesucht werden. “Da wird trotzdem drauf gekickt”, war sich Gebhart Höritzer (Tübinger Liste) sicher. Ob das denn unbedenklich sei, wollte er wissen. Sei es, sagte Oberbürgermeister Boris Palmer. “Da ist jahrzehntelang gekickt worden und keine Granate ging hoch.” Es brauche stärkere Erschütterungen, um eine solche Waffe zur Explosion zu bringen. Und dann versprach er, dort bei einem Kick selber mitzumachen und lud Höritzer dazu ein.

So schreibt das Schwäbische Tagblatt am 30.Oktober 2015.

eit Ende Juni bei den Bauarbeiten eine Weltkriegsgranate gefunden wurde, stehen die Arbeiten zur Herstellung des Kleinspielfeldes auf dem Gelände des ehemaligen Bolzplatzes nördlich der Aischbachschule still. Bevor der Sportboden aufgebaut werden kann, muss sichergestellt sein, dass sich keine weiteren Kampfmittel auf dem Gelände befinden.

Die Suche gestaltet sich allerdings äußerst schwierig. Auf gewachsenem Boden würden Kampfmittelexperten eine Oberflächensondierung durchführen. Dabei würden sie eventuelle Störkörper aus Metall entdecken und aus dem Boden holen können. Bei ersten Sondierungen wurde jedoch festgestellt, dass diese Methode auf dieser Fläche nicht eingesetzt werden kann. Das Gelände wurde aufgefüllt. In der Auffüllung wurden unter anderem auch weit verbreitet abgelagerte metallische Gegenstände vorgefunden, auf die das Gerät anspricht.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst schlägt nun vor, die Auffüllung kontrolliert unter Beisein von Kampfmittelexperten bis zum gewachsenen Boden auszuheben. Dazu muss die Fläche auf mindestens zwei Meter Tiefe abgegraben werden. Das stellt die Stadt vor ein weiteres Problem: Das Gelände wurde schon vor dem zweiten Weltkrieg mit Kehricht und Altmaterialien aus jener Zeit verfüllt, die eine Entsorgung des Aushubs auf einer Erddeponie verhindern.

Derzeit werden Proben aus dem Untergrund analysiert, um einen ordnungsgemäßen Entsorgungsweg festlegen – und vor allem die zu erwartenden Kosten abschätzen zu können. Über das weitere Vorgehen soll dann in der ersten Sitzungsrunde mit dem neuen Gemeinderat beraten werden. Erst anschließend können die notwendigen Arbeiten ausgeschrieben und vergeben werden. Vor Ende des Jahres kann nicht mit der Fertigstellung des Kleinspielfeldes gerechnet werden. GEA, Okt.2015

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