Der Jammer an der Ammer: Pendler nehmen Pkw statt Bahn

Wie nett, die Ammertal-Bahn von der Terrasse des Schwärzlocher Hofes zu betrachten. Sie tuckelt so rot und gemütlich durch die grünen Wiesen und Felder. Doch die Idylle trügt: Immer mehr Fahrgäste nehmen Zuflucht zum eigenen Auto, weil der Service einfach nicht klappt. Mal fällt ein Zug aus, mal fährt er nicht weiter, mal darf der Zugführer nicht mit zwei Wagen fahren, oder man muss, gerade in den Zug eingestiegen in den Bus umsteigen. Dass die Pendler den Anschluss in Herrenberg verpassen, gibt einigen den Rest.

Am 8. März 2019 trafen sich die Beteiligten des Zweckverbands Ammertalbahn im Landratsamt in Tübingen. Da gab es keine guten Nachrichten.
1,5 Prozent weniger Fahrgäste wurden 2018 gezählt. „In der momentanen Konstellation sind wir gar nicht in der Lage, den Betrieb dauerhaft aufrecht zu halten,“ gestand Landrat Joachim Walter zu.
Denn die Bauarbeiten für die Regionalstadtbahn Neckar-Alb werden im Jahr 2019 beginnen. Deshalb sind in diesem Jahr leider zwei Streckensperrungen mit sehr unbeliebtem Bus-Ersatz-Verkehr erforderlich: 

Osterferien: 13.04.2019 – 28.04.2019: Kein Zugverkehr zwischen Entringen und Herrenberg. Ein Schienenersatzverkehr wird eingerichtet.  

Sommerferien: 27.07.2019 – 11.08.2019: Vollsperrung komplette Strecke 
11.08.2019 – 10.09.2019: Kein Zugverkehr zwischen Entringen und Altingen. Zwischen Altingen und Herrenberg wird ein Zugpendel-Verkehr eingerichtet. 

Demnächst werden die Arbeiten für neue Kabelkanäle und Bahnübergänge vergeben – und das auch noch deutlich günstiger als kalkuliert. Und am 3. Mai wird in Entringen ganz offiziell der Bau-Start der Regionalstadtbahn sein. Prinzip Hoffnung???



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