Der Saiben? Wichtig in Derendingen

Natürlich war die gewünschte Mehrzweckhalle in aller Munde beim Ortsrundgang durch Derendingen. Aber immer wieder landete die Diskussion beim Saiben. Soll die Bebauung kommen, und wenn ja, wann?

Jörg Krauß, Ortsbeirat und Eisenbahner, führte am 12. April 50 Interessierte durch seinen Ortsteil. Ihm folgten Derendinger Nachbarn, aber auch etwa 15 Stadträte und Parteienvertreter. Organisiert hatte den Rundgang die Arbeitsgemeinschaft der Derendinger Vereine. Besonders stark vertreten: Musikverein und Turnverein Derendingen (TVD).

Einige Themen:
Die Park-Situation in der Sieben-Höfe-Straße: „Des isch nemme tragbar!“ Wie soll das weiter gehen, wenn zur dichten Bebauung des Mühlenviertels, der Ölmühle auch noch der Saiben hinzu kommt? Will Derendingen wirklich eine Park-Bewirtschaftung? Da waren sich gar nicht alle so sicher, ob sie ihren Gästen einen Parkschein zumuten sollten.

Was hat Derendingen von der geplanten Gartenschau anno 2035? Wie verträgt die sich mit der Bebauung des Saiben?

Andreas Hönes vom Musikverein forderte auf, Ideen zur Gestaltung des Rathausplatzes anzumelden. Allerdings dauere die Umsetzung bis zum Jahr 2020, weil zunächst ein Wasser-Hochbehälter am Käppele noch nicht fertig gestellt ist. Das tiefe Baustellen-Loch in der Ortsmitte bleibe noch bis mindestens August 2019.

Ute Bischoff-Friesch, Vorsitzende des TVD, stoppte den Spaziergang am Mühlbach auf einem „Platz ohne Namen“, um auf die unbefriedigende Unterführung unter der Bahn hinzuweisen: zu niedrig, zu steil, zu dunkel. „Die ist uns allen ein Dorn im Auge!“
Ihre Hoffnung: Wenn ein zweites Gleis für die Regionalstadtbahn angelegt werden müsse, könnte hier endlich ein breiterer, hellerer und barriereärmerer Durchgang geschaffen werden.
Derendingen wurde das schon vor Jahren versprochen, aber dann scheiterte es am Geld.
„Derendingen ist der Stadtteil, der am schnellsten und stärksten wächst!“
Die Wiese hinter dem Vereinsheim sehe auch schon aus „wie eine Baulücke“…

Das Schulzentrum an der Steinlach platze aus allen Nähten: Kinder aus dem Güterbahnhof-Viertel, vom Hechinger Eck und vom – ja – vom Saiben werden erwartet.
Ob die alte Grundschule abgerissen werden solle, darüber waren sich die Bürger nicht einig. Eine angemessene Nachnutzung der Ludwig-Krapf-Schule wünschten sich die Nachbarn. Von Neubau war mehrfach die Rede.
Beim Thema Stadtbahn und Innenstadtstrecke gab es den üblichen Schlagabtausch.

Der Saiben

Flächennutzungsplan: Anschließend an den alten Dorfkern soll Wohnbebauung möglich sein. Der „Schelmen“ ist für Gewerbenutzung vorgesehen.

Oberbürgermeister: „Wir verschieben die Bebauung des Saiben in die 2030er Jahre.“ (Neujahrsrede 2019)

Dietmar Schöning am 12. April in der Primus-Truber-Halle: Aufschieben ist unmöglich. Wir müssen ihn „dringend erschließen!“
Derendinger: „Dann ziehen die Sindelfinger auch noch hier her!“
Christoph Lederle: „Den Saiben zu opfern war für uns eine bittere Pille, und wir haben die Fläche verkleinert.“ Der Saiben sei ein eigenes Gebiet mit eigener Erschließung an der Bahn. Planungen in Derendingen brauchten davon nicht berührt werden.
Derendinger: „Wir von der Gartenstadt waren jahrelang „die draußen in der Siedlung„. Die Bewohner des Saiben sollten von den Derendingern integriert werden.“
Ingeborg Höhne-Mack: „Sozialer Miet-Wohnungsbau dauert Jahre. Wir brauchen Wohnungen für Senioren, Erzieher, Pflegepersonal!“
Derendinger: „Wir brauchen frische Luft!“
Ernst Gumrich: „Eine klare Entscheidung muss her: Wir können nicht immer alles von der Saiben-Bebauung abhängig machen. Da muss nach der Wahl endlich Butter bei die Fische.“ Infrastruktur, Mehrzweck-Halle und Betreuung an den Schulen könne nicht geplant werden, wenn die Saiben-Frage offen bleibe.
Ulrike Ernemann: „Wir sind für ein vernünftiges Wachstum mit Augenmaß.“


Mitte: Ortsbeirat Klaus Schiffler, rechts: Ortsbeirat Christoph Lederle
Stadträte, Derendinger*innen und Ortsbeiräte beim Rundgang an der Jugendfarm
links: Ortsbeirat Paul Helmut Nebeling, rechts: Jörg Krauß am Saiben
Andreas Hönes ruft zur Bürgerbeteiligung auf
Jutta Damson hat einen Taschen-Aschenbecher erfunden. Sie kämpft gegen die Vermüllung der Steinlach-Ufer.
Ute Bischoff-Friesch möchte eine menschenwürdigere Unterführung am Mühlenviertel.
Diese Derendinger Graffiti mögen alle. Wenn es doch mehr davon gäbe…

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