Oberstufe in der GMS?
Ich werde das Gefühl nicht los, dass mit aller Macht und koste, was es wolle, die Oberstufe in der Gemeinschaftsschule eingeführt werden soll. Wer ist eigentlich hier die treibende Kraft? Ist es die Politik, die Eltern oder die Gesellschaft. Muss man mit allen Mitteln jeden jungen Menschen über das Abitur zum Studium führen?
Die „Duale-Ausbildung“ ist genauso ein geeigneter Weg und darf nicht als der Berufsweg zweiter Klasse angesehen werden! Auch bei dieser Berufswahl hat man die Chance das Abitur zu erlangen, dafür braucht man wahrlich keine Oberstufe in der Gemeinschaftsschule!
Geben wir doch unseren Kindern die Möglichkeit die gesamte Berufswelt ohne Vorgaben kennen zu lernen damit sie dann selbst entscheiden können was für sie der richtige Weg ist. Die Aussage der Eltern „Du sollst es einmal besser haben wie wir“ ist doch nicht mehr zeitgemäß und führt nur dazu, dass man unseren Kindern suggeriert, es gibt nur einen Weg.
Wir geben uns liberal, verständnisvoll, weltoffen, vielfältig, sind gegen Diskriminierung und stehen für Integration. Geht es aber um berufliche Entscheidungen ist die „Duale-Ausbildung“ nicht gerade die 1. Wahl.
Ist dies nicht auch eine Art von Diskriminierung oder Ausgrenzung bestimmter Berufswege?
Die Gesellschaft braucht in Zukunft mehr denn je, junge Menschen in gewerblichen und handwerklichen Berufen, sowie in der Dienstleistung. Diese Berufe sind nicht nur anspruchsvoll, sondern hochwertig und erfüllend. Hier braucht es Menschen mit entsprechender Schulbildung, sowie mit den erkannten Fähig- und Fertigkeiten.
Gerade die Gemeinschaftsschule in ihrer jetzigen Art wird den erforderlichen Ansprüchen gerecht. Bauen wir die Gemeinschaftsschule für diesen Bildungsbereich qualitativ und zielgerichtet weiter aus und lassen die Oberstufe dort, wo sie sich bewährt hat.
Die „Duale-Ausbildung“ und die beruflichen Gymnasien dürfen nicht die Verlierer eines überhasteten Vorgehens werden.
Gebhart Höritzer
Tübingen
Hoeritz
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