Vor genau drei Jahren formulierten Tübinger Bürgerinnen und Bürger ihre Träume und Alpträume bei der ersten Veranstaltung der Tübinger Themen.

Einer der Träume: dass die ehemalige Sternwarte vor dem Schloss endlich wieder in Wert gesetzt werde. Dort hat der Astronom Gottlieb Friedrich von Bohnenberger die sogenannte Bohnenberger Maschine, ein Kreiselinstruments erfunden. Dieses wiederum gilt als Vorläufer des Gyroskops, mit dem erstmals die Achsendrehung der Erde nachgewiesen werden konnte. Auch der Kreiselkompass, der heute bei der Flugnavigation eine Rolle spielt, basiert darauf. Bohnenberger initiierte zudem die württembergische Landesvermessung.

Bohnenberger kam 1796 an die Tübinger Sternwarte. Nach seiner Berufung als Magister an die Philosophische Fakultät der Uni wurde er 1803 zum Professor für Physik, Mathematik und Astronomie ernannt. Bohnenberger starb 1831.

BOHNENBERGER …. kommt er zurück?
Der Tübinger Astronom revolutionierte seinerzeit die Landvermessung, wofür er auch den bis heute gültigen Nullpunkt der württembergischen Flurkarten im nordöstlichen Schlossturm fixierte. Ohne das Gyroskop heute kein Flugverkehr, keine Sateliten, kein Mobile Phone!
Hier erfand er´s, hier probierte er es aus. Unser Exemplar ist eines der nur drei Mal auf der Welt vorhandenen Bohnenberger Instrumente, und es könnte dort stehen, wo Bohnenberger es nutzte: in Tübingen. In der kleinen Warte vor dem Eingang zum Schloss. Aber dieses Gebäude rottet seit Jahren dahin. Also liegt die einmalige Sehenswürdigkeit, das Herz des Ganzen in einem Depot in Esslingen.
Nun gibt es Bewegung dort oben, um den Zustand nach Jahrzehnten des Stillstands zu beenden. Tübingen wäre um eine Sehenswürdigkeit von Weltrang reicher. Daumen halten!

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