TeilorteTübingens grüne Perlenkette

Vom 31. März bis 29. April haben zahlreiche Kandidatinnen und Kandidaten der TÜBINGER LISTE unsere acht Teilorte besucht: Kilchberg, Bühl, Hirschau, Pfrondorf, Unterjesingen, Bebenhausen, Weilheim und Hagelloch. Wir wollten erfahren, wie unsere unmittelbaren Nachbarn leben – was sie erfreut, wo sie der Schuh drückt. Und wie und wobei der künftige Gemeinderat sie unterstützen kann.

Jeder Ort hat seine eigene Geschichte und Prägung, seine Einmaligkeit. Und doch gibt es viele Gemeinsamkeiten. Einige, die uns auffielen:

• die acht Teilorte sind keine anonymen Vororte, sondern zeichnen sich durch ein lebendiges und intaktes Dorf- und Gemeinschaftsleben aus

• überall trafen wir auf sachkundige, hoch motivierte und integrierende Ortsvorsteher (sieben Männer, nur eine Frau!); die Rathäuser/Verwaltungsstellen sind nicht nur gute Dienstleister, sondern auch Seele des Orts und Mädchen für alles

• kaum jemand – zumal aus der jüngeren Generation – würde die Eingemeindung nach Tübingen zurück drehen; grundsätzlich fühlen sich alle Gemeinden von “der Stadt” (Verwaltung und Gemeinderat) ordentlich und gerecht behandelt

• fast überall gibt es ein bewundernswertes Maß an bürgerschaftlicher Eigeninitiative und “freiwilliger Fronarbeit”: so sind Spielplätze, Grünanlagen, Dorfmuseen, Scheuern, Backhäuser in neuem Glanz erstanden. Die Stadt hat dies mit entsprechenden Zuschüssen honoriert

• das Vereinsleben ist der Klebstoff für den Zusammenhalt in den Orten. Erstaunlich und erfreulich, welch hohen Zuspruch und Standard die Jugendarbeit erreicht

• alle Teilorte sind durchweg mit einer ausgezeichneten Infrastruktur ausgestattet: Kinderhäusern, Grundschulen, Sportplätzen, Turn- und Festhallen, Rathäusern, Vereinsheimen, Jugendtreffs

• die Bus-Anbindung an Tübingen wird in höchsten Tönen gelobt: Halbstundentakt, in Spitzenzeiten mancherorts sogar alle 15 Minuten

• und schließlich die einmalige Einbettung in die herrliche Natur am Rammert oder Schönbuch, im Ammer- und Neckartal.

Also Idylle pur?
Nicht ganz, das gibt es selbst in und um das liebenswerte Tübingen nicht. Was stört?

• Unterjesingen, Bühl und Hirschau leiden täglich unter der gewaltigen Verkehrslast; trotzdem oder gerade deshalb ist man sich nicht einig, wie diesem Moloch wirksam beizukommen ist

• die stagnierende Bevölkerungsentwicklung und Gefahr der Überalterung gefährdet das intakte Dorfleben und die gute Infrastruktur. Zum Glück gibt es viele junge Familien, die in die Teilorte ziehen wollen, aber es fehlt an Bauplätzen

• die Orte sind zu wenig auf älter werdende Menschen eingerichtet, die gerne in ihrer vertrauten Umgebung bleiben möchten

• die allermeisten öffentlichen Gebäude sind nicht barrierefrei (das Rathaus Hagelloch wird mit einem Aufzug bald die erste rühmliche Ausnahme sein)

• bäuerlich-dörfliche “Ureinwohner” und Zugezogene sind noch nicht überall richtig zusammen gewachsen, das kann zu Spannungen führen

• aus der Abhängigkeit von der Tübinger Verwaltung folgt, dass man auch an deren Überlastung, langen Bearbeitungszeiten und manchmal Koordinierungsproblemen mitleidet.

Was haben wir aus den acht Ortsrundgängen für unsere künftige Gemeinderatsarbeit mitgenommen, was ist zu tun?

• “Große Lösungen” brauchen leider Zeit, daher ist den verkehrsgeplagten Bewohnern von Unterjesingen, Bühl und Hirschau mit Sofortmassnahmen wenigstens ein wenig Linderung zu verschaffen

• die bevorstehende Freigabe von Neubaugebieten darf nicht dadurch einen Dämpfer erhalten, dass die Baugesuche wegen Überlastung ewig schmoren. Falls erforderlich, müssen befristete Zusatzstellen eingerichtet werden.

Dass sie in Worten und Taten als gleichberechtigte Teile Tübingens gehört und ernst genommen werden: das versprechen wir von der TÜBINGER LISTE unseren Teilorten.

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