Es wird ernst: Milliardenprojekt Regionalstadtbahn startete am 3. Mai 2019

Ja zur Regionalbahn, nein zur Stadtbahn durch Tübingen
Stuttgart 21 hat gezeigt: Protest kommt immer erst, wenn der Bagger anrückt. Zu spät.

Fakten zur Regionalstadtbahn Neckar-Alb
Die Elektrifizierung der Strecken wurde unter anderem notwendig, weil Diesel-Loks nicht mehr in Stuttgart 21 einfahren können. Das Milliardenprojekt Regionalstadtbahn Neckar-Alb soll die Städte und Gemeinden an zwei Strecken in der Region umsteigefrei verbinden. Das geht durch eine Zweisystem-Bahn, Fahrzeuge können mit ihr auf zwei Spurbreiten und mit zwei verschiedenen Stromstärken fahren. Ziel ist ein dichter Taktverkehr auf allen Strecken der Region. Damit sollen staugefährdete Straßen entlastet werden. Geplant sind zwischen Herrenberg und Bad Urach, Tübingen und Albstadt 205 Kilometer Schienenstrecke. 137 Kilometer des bestehendem Streckennetzes werden elektrifiziert, 45 Kilometer neu gebaut oder reaktiviert (etwa die Gomaringer Spange vom Steinlachtal nach Reutlingen). Auch die Innenstädte von Reutlingen und Tübingen sollen erschlossen werden. Insgesamt sind 70 neue Haltestellen im Gesamtnetz vorgesehen.

Zum umstrittenen Thema Innenstadtstrecke empfehlen wir unsere Broschüre: Tübingen ohne Gleise.

Auf unserer Seite STADTBAHN finden Sie jede Menge technischer Informationen.

Ein JA & ein NEIN & zwei BITTEN

JA: und volle Unterstützung für die Regionalstadtbahn bis zu den 8 städtischen Bahnhöfen in Tübingen.

NEIN zur kurzen, teuren und in der Innenstadt technologisch unzeitgemäßen Stummelstrecke zu den Klinken (2030), vielleicht danach irgendwann weiter nach WHO.

BITTE halten sie sich hier und anderswo informiert über die jetzt anlaufende Untersuchung der besseren Alternativen zur Innenstadtstrecke.

BITTE unterstützen Sie uns bei der Wahl, denn wir stellen sicher, dass die Alternativenprüfung seriös und unter großer Beteiligung der Tübingerinnen und Tübinger wirklich stattfindet und dass der uns zugesagte echte Bürgerentscheid im Jahr 2020 nicht absprachewidrig verzögert oder verhindert wird.

Ihre 40 Stimmen am 26.Mai für die Tübinger Liste stellen sicher, dass die Tübingerinnen und Tübinger eine faire Chance bekommen, über dieses (nach heutigen Kalkulationen € 252 Mio teuren) Megaprojekts in einem Bürgerbescheid entscheiden zu können.
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Auszug aus einem Artikel des Schwäbischen Tagblatts vom 4. Mai 2019:

„Vertreter der Region feierten in Entringen den Start der Arbeiten an der Regionalstadtbahn Neckar-Alb. Mit der Ammertalbahn geht es los.So umstritten die Tübinger Innenstadtstrecke ist, so groß ist der politische Rückhalt für die Regionalstadtbahn als Gesamtprojekt. Als erstes wird die Ammertalbahn ausgebaut und elektrifiziert. Erste Bauarbeiten sind bereits im Gange. Am Freitag nun gaben die Verantwortlichen in Entringen vor 150 Gästen – darunter viele Abgeordnete, Bürgermeister, Kommunalpolitiker und Regionsvertreter – das offizielle Startsignal mit einem Festakt in der Mehrzweckhalle der Gemeinschaftsschule und einer symbolischen Schienenlegung vor dem Bahnhof. Erste neue Züge sollen im Ammertal 2022 rollen.

Es blieb nicht bei Gesten. Gerd Hickmann, Leiter der Abteilung Öffentlicher Verkehr im Landesverkehrsministerium, machte weitere Geldzusagen. So werde das Land Wege öffnen, um neben der Investition auch bei den Betriebskosten zu unterstützen. Bis zu zwei Drittel sei möglich, sagte er auf TAGBLATT-Nachfrage. Auch wolle das Land die Investitionsförderung für Schienenfahrzeuge wiederbeleben. Darüber hinaus verbessere der Ausbau des Stuttgarter Großnetzes auch die Anbindung der Region Tübingen – ob von Herrenberg oder auf der Strecke Stuttgart-Tübingen. Am Freitag unterzeichneten Bahn-Vorstand Ronald Pofalla und Verkehrsminister Winfried Hermann zudem den Finanzierungsvertrag für den zweigleisigen Ausbau der Wendlinger Kurve. Dadurch könne das Angebot zwischen Tübingen und Stuttgart ausgeweitet werden, sagte Hickmann…
…Die Regionalstadtbahn sei ein „Jahrhundertprojekt“, das eine Milliarde Euro koste. Deshalb werde es portioniert in Module. Die Verbindung von Herrenberg über Tübingen und Reutlingen nach Bad Urach ist das erste. „Wichtig ist aber auch, dass wir die Innenstadtstrecken errichten“, mahnte Hickmann. Denn „nur so erreichen wir den Quantensprung“ zur Umsteigefreiheit.
„Wir schaffen eine weitgehend umsteigefreie Verbindung von Städten und Umland“, freute sich der Tübinger Landrat Joachim Walter über das „Megaprojekt“ Regionalstadtbahn. Er erinnerte an die Anfänge, als „der Ideengeber Gerd Hickmann“ 1992 als junger Kreisrat der Grünen den Anstoß gab und in seiner Diplomarbeit 1993 ein Konzept beschrieb. Vor 18 Jahren seien eine Machbarkeitsstudie und 2015 die Klärung der Zuschüsse von Bund (bis zu 60 Prozent) und Land (20 Prozent) wichtige Schritte gewesen. Seit Anfang des Jahres gibt es eine Projektgesellschaft. Walter dankte „allen Beteiligten“, besonders der CDU-Bundestagsabgeordneten und Staatsministerin im Kanzleramt Annette Widmann-Mauz fürs Türöffnen im Bundesverkehrsministerium. Der Landrat ergänzte lächelnd: „Der Dank ist die schärfste Form der Bitte.“

„Mit Modul 1 wird die Regionalstadtbahn erlebbar“ freute sich der projektführende Reutlinger Landrat Thomas Reumann. Er bekannte: „Die Schiene ist Zukunft. Sie „ist die Alternative zum Individualverkehr“. Autonomes Fahren sei nicht die alleinige Lösung. „Wir brauchen beides, vernetzt.“ Allein in den vergangenen fünf Jahren sei die Zahl der Pendler um ein Fünftel gewachsen. Und Richtung Tübingen sagte der Reutlinger Landrat: „Eine Regionalstadtbahn ohne die Städte, ja Leute, das macht einfach keinen Sinn.“ …



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