Keiner weiß, wieviele Fahrräder in Tübingen heute geparkt werden, in Zukunft geparkt werden, wo sie untergebracht werden sollen, ohne die Hausbesitzer zu stören und das Stadtbild zu verschandeln. Warum tut sich nichts? Ist dieses Thema tabu?

Da war doch was:

Antrag der Tübinger Liste: „innerstädtische und innenstadtnahe Fahrradabstellplätze“ 

Die Tübinger Liste stellte am 19.07.15 den Antrag zur Umgestaltung des „Nymphenplatzes“(528/2015), der bislang in erster Linie als Radabstellplatz genutzt wird. Ziel ist es, eine ansprechende Platzgestaltung mit Aufenthaltsqualität zu erreichen.

In der Berichtsvorlage 345/2015 „Sanierungsgebiet „Östlicher Altstadtrand“ wird darauf in Punkt 3.4. eingegangen und darauf verwiesen, dass hier weiterhin „aufgrund fehlender Alternativen Fahrradabstellmöglichkeiten vorgesehen werden müssen“.

Da durch den Umbau des Zinserdreiecks zahlreiche neue Abstellplätze entstanden sind, ist diese Begründung für uns nicht nachvollziehbar.

Es fehlen objektive Daten zum aktuellen Bestand, künftigen Planungen und dem Bedarf an Abstellplätzen. Dies sind wichtige Grundlagen für Entscheidungen und Überlegungen im Verkehrsbereich und baulichen Bereich.

Daher stellen wir folgenden Antrag:

– Wir bitten die Verwaltung um eine aktuelle Aufstellung sämtlicher innerstädtischer und innenstadtnaher Fahrradabstellplätze sowie Angaben zu ihrer Kapazität (nach Möglichkeit mit kartografischer Darstellung)

– Ebenso sind in der Planung befindliche Abstellmöglichkeiten aufzuzeigen

– und Aussagen über den Bedarf heute und in den kommenden Jahren zu machen.

Claudia Braun und die Tübinger Liste

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Am 24. Februar bot der städtische Fachbereich Planen, Entwickeln allen Bürgern einen Rundgang an. Thema: Entwicklung des öffentlichen Raums. Das Wetter lud nicht gerade ein. Aber dennoch rafften sich mehrere Interessierte auf, unter anderen unser Mitglied Gottfried Esslinger.

Er sprach das Thema „Fahrradstellplätze“ in der Altstadt an und erhielt dazu keine befriedigende Antwort. Denn der öffentliche Raum in der Altstadt ist außer von  Tübingern auch zunehmend von Touristen – insbesondere auch Tagestouristen mit dem Fahrrad – frequentiert.

Herr Esslinger will wissen:

1.)    “Gibt es eine Katalogisierung der bisher bereits vorhandenen Fahrradstellplätze in der Altstadt und am Eingang zur Altstadt, und wieviele Stellplätze werden dort ausgewiesen?

2.)    Wo sind weitere Stellplätze für Fahrräder geplant, und in welcher zeitlichen Perspektive werden diese eingerichtet?

Es soll ja das Parken und Abstellungen von Autos in der Altstadt weiter eingeschränkt werden, und mit der angedachten und geplanten „autofreien Zone“ in Teilbereichen der Altstadt werden dann im öffentlichen Raum mehr Platz auch für Fahrradstellplätze zur Verfügung stehen können. Das wilde Abstellen und Anbinden an Gartenzäunen wie z.B. im Bereich Collegiumsgasse vor der dem Wilhelmsstift ist sicherlich nicht im Sinne der städtischen Planung.

Zu der so hochgelobten „Fahrradkultur“ in Tübingen gehören nicht nur immer mehr Fahrradstraßen, sondern zwangsläufig auch mehr Stellplätze für Fahrradfahrer. 

Hier hat Tübingen in und um die Altstadt herum ein ganz erhebliches Defizit, und ich erlebe insbesondere im Sommer, wie durchfahrende Radtouristen auf der Neckartalstrecke frustriert um unsere Altstadt einen Bogen machen oder sich nur sehr kurz aufhalten, da es an sicheren Fahrrad-Stellplätzen fehlt. Der Nymphenplatz ist stets ein Chaos von Fahr- und auch Motorrädern und kein gutes Entrée für Besucher. Wird dies so bleiben, oder ist hier auch eine Neuplanung angedacht?

 

Dass generell das Thema Fahrradstellplätze zu kurz kommt, konnte ich jetzt auch im Planungsbereich „Güterbahnhof“ feststellen. Hier bin ich als Vorstand der Tübinger Tafel mit Herrn R. Vögele in Kontakt, da im Bereich Depot-/ Eisenbahnstaße zu wenig Fahrradstellplätze angedacht sind. Herr Vögele hat hier Überprüfungen und Veränderungen zugesagt. “

Gottfried Esslinger

 

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