10.10.2018

Ein Treffpunkt für alle am Stadteingang

Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien beeinflussen zunehmend unser Leben. Aber – und das gilt für Jung und Alt – die direkte zwischenmenschliche Beziehung trägt mit zur Urbanität einer Stadt bei und dies besonders dann, wenn sie räumlich so dicht ausgerichtet ist wie die unsrige. Es gilt also der Anonymität entgegenzuwirken durch Erzeugung von Urbanität. Beispielhaft sind da unsere Markttage vor dem alten Rathaus. Da kann man ins Gespräch kommen – unterhält sich über die Familie, Geburt und Krankheit und Tod, über die Qualitäten der Marktangebote, über den Job, das Wetter, den Großputz und zur Zeit gerade besonders auch über die Politik. Streit gibt es auch dazwischen. Dies gehört zur urbanen Lebendigkeit einer Stadt.

Kommt man dann aber hinunter zur Neckarbrücke, so hört dort bis auf den Verkehr diese Lebendigkeit auf. Da, wo vor der Neckarmüllerei in früheren Zeiten ein Kiosk stand und die Kioskfrau fast jeden kannte, wo man jede Auskunft einholen konnte und die für jeden Rat gut war – selbst bei Liebeskummer -, dieser Platz ist heute vollgestellt mit Fahrrädern. Das kann aber kein Pendant sein für diesen ehemaligen urbanen Treffpunkt, wo jeder mit jedem ins Gespräch kam, wo gelacht, getrauert, geflirtet und geschimpft wurde – und dies ganz ohne Handy.

Wenn nun eine Umgestaltung des Gebiets am Neckartor erfolgt – worüber sicher noch Jahre vergehen -, so sollte dieser Plan nicht nur verkehrstechnisch ausgerichtet sein, sondern auch Platz lassen für einen Treffpunkt, der direkten zwischenmenschlichen Kontakt ermöglicht und in dessen Zentrum zum Beispiel ein Kiosk stehen könnte. Und dies aber bald!

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