Wieder mussten wir uns drängen im Bootshaus, und kurzweilig wurde der vierstündige Abend auch: zuerst Jahresversammlung der Mitglieder, dann die 108. Fraktionssitzung und dann freie Aussprache beim Jour fixe am 25. Oktober. Zum letzten Abschnitt konnten wir  außer Mitgliedern der Tübinger Liste auch interessierte und engagierte Gäste begrüßen. Ihre Fragen zielten auf die Themen

  • Beseitigung von Gefahrenstellen für Fußgänger und Radfahrer
  • Ausdehnung der Universitätskliniken und der Flächenfraß
  • Sinnhaftigkeit einer Stadtbahn
  • Kindergarten- und Kita-Situation und der komplizierte Beitragsschlüssel
  • Tü-Bus umsonst für Schüler, die mehr zahlen müssen als Studenten
  • und die Gestaltung des Europa-Platzes.

Danke für die Anregungen!

Natürlich fragen wir uns immer wieder: Machen wir genug? Alles richtig? Finden wir Allianzen? Gehör?

Denn der Themen sind es ungeheuer viele, Ausschuss-Sitzungen sind nur etwas für Zähe, und jede Partei im Gemeinderat denkt zunächst an ihr eigenes Profil. Immerhin gelingt es uns zuweilen, mit anderen Vernünftigen etwas durchzusetzen.

Froh sind wir Kämpfer im Gemeinderat,

  • dass die Neckargasse weitgehend barrierefrei gepflastert wurde
  • dass Bühl seine Lärmschutzwand bekommt
  • dass der nächtliche Rufbus SAM weiter für die Sicherheit unserer Nachtschwärmer sorgt
  • dass am 3. November über die Zukunft unserer Kunsthalle entschieden wird
  • dass die Wege um Roseck bürgerfreundlich verlegt werden konnten
  • dass die Bürger ordentlich über unser Trinkwasser-System aufgeklärt wurden und der Au-Brunnen hoffentlich als Reservebrunnen im Flächennutzungsplan bestehen bleibt
  • dass die Hundesteuer für Therapiehunde gesenkt wurde
  • dass ein Dialog mit dem Universitäts-Klinikum über dessen Raumbedarf zustande kam
  • dass bald Stolpersteine an vertriebene und ermordete Tübinger Bürger erinnern werden
  • dass unser Facebook-Account überdurchschnittlich besucht wird…

Verhallt sind unsere Argumente

  • bei der Stellplatz-Verordnung, die weitere Parknot bescheren wird
  • bei der Unterstützung für den Hospiz-Verein, dessen Konzept nun im Krankenhaus-Betrieb des Paul-Lechler-Krankenhauses untergehen wird
  • bei der Bemühung, die Realschulen zu erhalten und die Kosten für eine Oberstufe an Gemeinschaftsschulen zu sparen. Die Folgen werden erst spürbar werden, wenn Handwerker fehlen
  • beim Versuch, die Bürgerinitiativen Sarchhalde und Steinenberg in einen Dialog zu locken
  • bei den wiederholten Mahnungen, die Erkenntnisse von Kopenhagen im Tübinger Radverkehr umzusetzen.

Ute Mihr freut sich besonders über die erfrischende Beteiligung des Jugend-Gemeinderats, der mit Ideen, Interesse und Spaß viele Tübinger Themen angeht. Und Ulf Siebert resümiert in seiner ihm eigenen Art:

“…was für ein frischer, schöner, intensiver und informativer
im besten Sinn harmonischer Abend gestern im Bootshaus am Neckar.
Genau das macht uns aus – und ist die Stärke unserer Fraktion:
individuelles Wissen + Können in einem klugen Miteinander eingebettet.Vielen Dank – Allen !”

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