Die Zukunft wird heute gestaltet.
Zur Zukunft gehören Glasfasernetze und der 5G Mobilfunk-Standard. Wer dabei sein will, muss sich heute entscheiden und investieren, auch als Stadt.

Ducken wir uns in diesen technisch und strategisch schwierigen Fragen weg?

Jedenfalls diskutieren wir in Tübingen bisher über die unterschiedlichen Wege weder im Aufsichtsrat der Stadtwerke noch im Gemeinderat. Es wird allerhöchste Zeit.

Zwei völlig unterschiedliche strategische Ansätze gibt es:

Ludwigsburg nutzt seine Stadtwerke, die das Glasfasernetz bis in die Häuser ausbaut und die Inhalte (Telefonie, Multimedia etc) im Paket verkauft, wie eine Telekom oder Unitymedia (siehe unsere Beiträge hier wie https://www.facebook.com/tuebingerliste/posts/930687627111813).

Die Großregion Stuttgart (mit 176 Gemeinden) geht jetzt einen anderen bzw. ergänzenden Weg: In Kooperation mit der Telekom werden in den nächsten 12 Jahren € 1,6 Milliarden investiert (€ 1,1 Milliarden die Telekom, € 500 Millionen die Kommunen). Wie komplex das Thema ist, zeigt ein -auch für Laien gut lesbarer- Fachartikel über die Stuttgarter-Lösung.(https://www.teltarif.de/glasfaser-stuttgart-oe…/…/73157.html)

Jemand in Tübingen muss sich mit diesen Fragen beschäftigen, die strategischen Möglichkeiten ausleuchten und dem Gemeinderat die Möglichkeiten zur Entscheidung vorlegen, bald!

Unsere Stadtwerke bauen auch an einem Glasfasernetz, TüNet. Sie bieten es aber nur als passives Netz an. Für einen gewerblichen Glasfaseranschluß verlangt die Telekom aktuell € 70 Einrichtungsgebühr und € 100 monatlich, die TüNet mit ihrem passiven Netz ist da bei den Einmalkosten um etwa den Faktor 100 und bei den Monatskosten um den Faktor 10 teurer. Das kann nur für ganz große Netznutzer interessant sein. Solche Preisunterschiede haben gute Gründe. TüNet verdient keinen Cent an den späteren Inhalten, die über dieses Netz fließen (passives Netz), die Telekom und Unitymedia verdienen vor allem über die gelieferten Inhalte.

Solche Preisunterschiede machen aber klar: Da muss dringend eine strategische Entscheidung kommen. Zum Beispiel schon heute und morgen, wenn wir über die neuen Wohngebiete entscheiden oder über die Städtebauliche Entwicklung in WHO oder jedes Mal, wenn wir irgendwo eine Straße ohnehin aufgraben.

Ernst Gumrich, Juli 2018

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