StadtbahnTue
Die Regionalstadtbahn ist ein schienengebundenes System mit Normalspur-Fahrzeugen, die sowohl mit Strom für Straßen- oder Stadtbahnen als auch mit Bahnstrom fahren können. Der Tübinger Verkehrsplaner Gerd Hickmann wies 2008 darauf hin, dass Tübingen mit 80.000 Einwohnern zu klein für ein Straßenbahnsystem nach altem Muster sei. Zwar ließen sich alle interessanten innerstädtischen Ziele mit einer Linie verbinden, aber die Stadt selbst bringe nicht genug Fahrgäste auf, um eine Straßenbahn rentabel zu betreiben. “Die Lösung liegt in einem regionalen Stadtbahnsystem” meint Hickmann. “Wenn man die neue Linie mit einem regionalen Bahnnetz verbindet, können nicht nur die Tübinger, sondern die Bewohner des gesamten Umlands umsteigefrei bis in die Fußgängerzone fahren.” Der “Schienenbonus” schaffe gegenüber einem gut funktionierenden Bussystem große Fahrgastzuwächse. “Nach Einführung des Karlsruher Stadtbahnsystems haben sich die Fahrgastzahlen vervierfacht.”

Wenige unterscheiden zwischen Regionalbahn, elektrifiziertem Bahnverbund in der Region und der Stadt-Straßenbahn, die durch Tübingens Innenstadt führen soll. Zwar führt die geplante Bahn-Verbindung vom Umland auf den Tübinger Schnarrenberg, doch die Stadtbahn-Trasse ist höchst umstritten. Nadelöhre wie Eberhardsbrücke, Mühlstraße, Ecke Wilhelm-Gmelin-Straße machen den Bahn-Ingenieuren Kopfzerbrechen und werden Radfahrer und Fußgänger erheblich einschränken, denn der Busverkehr kann durch die Straßenbahn nicht ersetzt werden. Vom Abschnitt BG-Unfallklinik bis zum Rotdornweg hat man aus finanziellen Gründen bereits Abstand genommen. Ob die Pendler des Klinikums das 80 Millionen teure Geschenk eines Tages annehmen werden, steht in den Sternen.

Die Machbarkeitsstudie des Regionalverbands Neckar-Alb ist im Internet zu finden:
http://www.rvna.de/,Lde/Startseite/Regionalverband/Machbarkeitsstudie+RegionalStadtBahn.html

Eine Simulation der Innenstadt-Strecke finden Sie beim Schwäbischen Tagblatt.

Die Collage basiert auf dem Werbeflyer PaRADies aus dem OB-Wahlkampf von Boris Palmer 2006. Die Mühlstraße ist jedoch auch nach dem Umbau keineswegs paradiesisch. Weder für Radfahrer noch für Fußgänger. Auf dem Radstreifen stehen häufig Lieferwagen, und die Busse dröhnen nach wie vor ohrenbetäubend.

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