Es war eine sehr lebhafte Diskussion im Gemeinderat am Montag um die Dringlichkeit eines Parkhauses für die Kliniken auf dem Schnarrenberg – dies nicht nur für Patienten und Angehörige, sondern auch für Mitarbeiter des Klinikums. OB Palmer erklärte in der Sitzung, es sei kein Problem, wenn zur Augenklinik-Eröffnung das Parkhaus noch nicht gebaut sei, denn die Mitarbeiter könnten ja ihre Parkplätze im Parkhaus König behalten und es gäbe zudem alle 5 Minuten einen Buszubringer zu den CRONA-Kliniken.

Das hat mich zu einem „Selbstversuch“ bewogen:
Dienstag Nachmittag, ich war wirklich in Eile, hatte einen Termin in der Nordstadt und wollte eben eine dieser Busverbindungen nutzen. Wohlgemerkt, ich musste weder zu einer OP noch zu pflegebedürftigen Kranken in die Klinik… Es vergingen etliche 5 Minuten, der Bus Linie 19 kam gar nicht, die 13 stark verspätet (und das ist kein singuläres Ereignis, sondern passiert häufiger) – insgesamt eine Wartezeit von 25 Minuten. Das ist im Alltag zwar lästig, aber nicht weiter schlimm. Wenn es aber beispielsweise um Pflegekräfte geht, von denen Flexiblität erwartet wird, die häufig Überstunden machen und bei Notfällen einspringen müssen, sieht das anders aus! Was kann/darf man Menschen zumuten, die täglich körperlich und psychisch schwere Arbeit verrichten?

Übrigens: Abends und am Wochenende fahren diese Linien gar nicht. Wäre es für Klinikmitarbeiter denn auch eine Option, in 6 Minuten (gestoppte Zeit des OB) von einem möglichen Parkhaus-Standort am Breiten Weg die Bergetappe Richtung CRONA zu bestreiten? Das sollten wir uns gut überlegen, denn wir alle sind auch potenzielle Patienten, die bestimmt von Menschen gepflegt werden möchten, die ausgeruht und ohne unnötigen Stress und Hetze ihre Arbeit antreten können.

Claudia Braun, Stadträtin der Tübinger Liste

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