Donnerstag, 5. Juli morgens: Nur noch Luft und reines Wasser!

Testfahrt im fast serienreifen Brennstoffzellen-Bus Citaro-FuelCell-Hybrid
So sieht der technische Durchbruch aus!

Er surrt leise wie eine Straßenbahn, kein Tuckern eines Dieselmotors ist zu hören. Ohne Mühen erklimmt er die Steigung in der Tübinger Goethestraße, dann auch auf der Waldhäuser Straße. Er hat reichlich Kraft, aus Wasserstoff entsteht elektrische Energie. Er, das ist ein Bus des Modells Citaro Fuelcell, ein Brennstoffzellen-Hybridbus.

Wir waren dabei und haben diese Vorteile wahrgenommen:

>>kein Verbrennungsmotor
>> kein Abgas, Antrieb mit Wasserstoff- “Emission”: Luft und reines Wasser
>> Wasserstoff kann 100% mit regenerativer Energie hergestellt werden.
>> Wasserstoffpreis sinkt seit Längerem kontinuierlich
>> Wasserstofftank auf dem Dach nachweislich keine Gefahr
>> Bus schafft locker die Tübinger Steilstrecken
>> Extrem leise innen und außen
>> Reichweite für Busbetrieb reicht gut aus.
>> nahezu kein Bremsabrieb, dadurch fast keine Feinstaubbelastung
>> Autohaus Mercedes Seeger investiert seit langem, strategisch in die Wartung von E- und jetzt auch Brennstoffzellen-Bussen.

Es fehlt aktuell nur noch:

  • Serienfertigung in ausreichender Zahl
  • Sicherheit über einen verträglichen Preis: Als Vorserien-Fahrzeug ist der Brennstoffzellen-Bus wahrscheinlich noch doppelt so teuer wie heutige Dieselbusse. Beabsichtigter Verkaufspreis ist noch ein Geheimnis, Erwartung aus historischem Vergleich Vorserien- zu Serienfahrzeugen deutet auf anfängliche Preise bei 20-40% über denen heutiger Dieselvorgänger.
  •  Wasserstofftankstelle/n in Tübingen

FAZIT und PROGNOSE
Optimistisch in drei, pessimistisch in 4-5 Jahren, können wir mit dem Umbau unserer Busflotte auf CO2 freie Fahrzeuge beginnen. Für Steigungsstrecken diese Brennstoffzellenbusse, für die anderen Strecken die wahrscheinlich etwas günstigeren E-Busse. Tübingens Busverkehr kann spätestens 2030 komplett emissionsfrei fahren!

PS zu den ALTERNATIVEN ZUR STADTBAHN
Den antiquierten und hässlichen Fahrdraht samt Schienen der elektrischen Straßenbahn hätten wir damit schon erledigt und diese Busse führen zudem überall in der Stadt emissionsfrei, nicht nur auf der einen und einzigen Strecke durch die Mühlstraße zu den Kliniken, und das ja auch erst frühestens 2030.

Für die heute prognostizierten € 232 Mio Baukosten der Straßenbahnstrecke allein (ohne die Züge) könnten wir uns theoretisch etwa 4x soviele, heute wahrscheinlich etwa € 800.000 teure Vorserien-Modelle, kaufen wie heute überhaupt Busse durch Tübingen fahren. Bei Serienpreisen in ein paar Jahren wären es wahrscheinlich sogar 6-8 mal soviele Busse wie wir brauchen. Umgekehrt: Emissionsfrei und das dann sogar in der ganzen Stadt statt nur auf einer Stummelstrecke zu 1/6 bis 1/8 der Kosten. Auch kein ganz so schlechtes Geschäft. Nur mal so als kleiner Vergleich.

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