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Tübingen, 25. Juli 2015:

Ist es zu fassen?
Seit Jahren wird geplant, und schon vor fünf Jahren war klar, dass die Gastro-Tische unter den Arkaden des alt ehrwürdigen Tübinger Rathauses einem voll verglasten bürgernahen, barrierefreien und ansprechenden Innenraum weichen müssten. Nun, da endlich von einem Einweihungstermin im Oktober 2015 die Rede ist, fällt der Stadtverwaltung nicht viel ein. Dabei wurden bereits 2013 in aufwendigen Workshops mit Bürgerbeteiligung hervorragende Ideen entwickelt. So zum Beispiel ein Schaufenster der in Tübingen entwickelten Innovationen der Universität, aber auch der interessanten Firmen, die hier arbeiten wie Erbe, Walter oder CeGat.
Es wird angeregt, zeitnah Modelle, Bilder und Pläne großer Bauvorhaben auszustellen. Oder Fraktionen, Schachbegeisterte oder Mütter mit Krabbelkindern zum Treff einzuladen…

Auch bei der Tübinger Liste rauchen die Köpfe; wir werden unsere Ideen nicht verstecken!
Besonders gut würde uns gefallen, wenn im geschichtsträchtigen Rathaus die Brücke zur Zukunft geschlagen und ein TÜBINGER Innovations-Schaufenster geöffnet würde:

  • wie die Firma SYSS die Hacker stoppt
  • warum Bill Gates 40 Millionen Euro in CUREVAC investiert
  • wie die Augenklinik Licht ins Dunkel bringt
  • wie Hartmetall-Werkzeuge den Stempel “Made in Tübingen” erhalten…

Die Liste lässt sich fortsetzen. Die Botschaft: Tübingen hat nicht nur eine romantische Altstadt, sondern entwickelt High-Tech-Produkte für den Weltmarkt.

curevac-partnering-935x250-rnamolekuel Bild: Curevac
Impfstoffe, Tumor-Diagnostik, Genforschung – Tübingen produziert Exzellenzen!

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Nach einer von Ernst Gumrich, Tübinger Liste, angeregten interfraktionellen Diskussion haben sich fast alle Parteien auf folgenden Antrag geeinigt, den Frau Höhne-Mack von der SPD am 1. September redigiert hat:

“Interfraktioneller Antrag zur künftigen Gestaltung des Foyers im Rathaus

Die Fraktionen des Tübinger Gemeinderates beantragen folgendes Verfahren sowie die Weiterverfolgung der unten aufgeführten Ideen zur künftigen Nutzung des Rathausfoyers –
d.h. einer Fläche von ca. 250 qm, aufgeteilt auf die beiden Räume links und rechts des Eingangs.

1. Auf eine BVV-Filiale im Rathaus wird verzichtet.
2. Die von der Verwaltung vorgesehene Energiewende-Ausstellung der Stadtwerke wird als Einstieg in die Nutzung des Foyers für einen maximalen Zeitraum von 2 Jahren installiert. In dieser Phase werden Entscheidungen zu den in der Folge dargestellten Vorschlägen getroffen bzw. diese Nutzungen konkret vorbereitet. Dazu wird eine Arbeitsgruppe aus Verwaltung, Gemeinderat und Vertreter/innen der Zivilgesellschaft eingerichtet.
3. Es soll im Rathaus einen „Empfang“ geben, der zu festen Zeiten durch eine/n MA besetzt wird. Diese Person gibt u.a. Auskunft für Bürger/innen und Touristen.

4. Konzeptionell sollen folgende Ideen weiter verfolgt werden:
4.1. Das Foyer soll ein einladender Ort sein, an dem man mehr über Tübingen gestern, heute und
morgen erfahren kann. Hier soll der Blick auf besondere Attraktionen von Stadt und Universität
möglich sein. Dies wird umgesetzt durch ein kombiniertes Konzept aus
4.2 Vitrinen und Bildschirmen für Präsentationen aller Art
4.3 den „Tüsch“ = Medientisch (kleiner Raum)
4.4 kleineren Veranstaltungen unterschiedlicher Art im größeren Raum (Lesungen,
Diskussionsrunden….)
4.5 Sitzmöglichkeiten für Besucher/innen
4.6 Nutzung auch als Empfangsraum für Hochzeitspaare – nach der Trauung

5. Ausstellungen und Präsentationen müssen betreut werden – dafür wird eine Kombination
aus haupt- und ehrenamtlichen MA angestrebt (0,5 Stelle u.a. zur Koordination von
Ehrenamtlichen)

6. Was könnte Teil von Präsentationen in Vitrinen/über Bildschirme oder eine gesonderte
Ausstellung sein? Die Fraktionen können sich dazu u.a. Folgendes vorstellen:

  • Rathaus selbst darstellen
  • Handwerk in Tübingen – z.B. Meisterstücke ausstellen
  • besondere Attraktionen aus dem Uni-Museum oder dem Stadtmuseum
  • „Exzellentes“ aus der Uni
  • Partnerstädte stellen sich vor
  • Schaufenster für Vereine (z.B. zu Jubiläen)
  • Aspekte von „Tübingen heute“ (Soziales, Mobilität, Städtebau….)
  • High Tech in Tübingen
  • Tübingen in Zukunft
    ………………….

Demgegenüber sollte der „TÜsch“ eine Übersicht über Stadt- und Unigeschichte geben – eine
Abgrenzung gegenüber Angeboten des Stadtmuseums ist erforderlich.
Ausstellungen, in denen Dritte bestimmte Aspekte ihrer Arbeit/Geschichte…. im Rathaus präsentieren, müssen naturgemäß in Kooperation (auch finanziell) entstehen.

Insgesamt streben die Fraktionen also eine Nutzung des Foyers an, die die neue äußere Transparenz dieses Eingangsbereichs ergänzt durch Nutzungen im Innern, die für viele und ganz unterschiedliche Gruppen von Tübinger/innen und Auswärtigen einen immer wieder neuen Anreiz zum Besuch des Rathauses geben.

zu 1. Gründe: der BVV verlangt nachvollziehbar eine Besetzung mit 2,5 Stellen wegen der notwendigen Mehrfach-Besetzung zu Stoßzeiten. Der BVV sieht für sich keinerlei Vorteile  in einer Filiale, sondern nur Umverteilung/Mehraufwand. Aus Sicht des BVV sollte es im Rathaus für Touristen einen Hinweis auf den Standort an der Neckarbrücke geben. 

– Dieser Begründung können und wollen sich die Fraktionen nicht verschließen.

zu 2. Gründe: Eine Energiewende-Ausstellung erscheint den Fraktionen als zwar lehrreich in Bezug auf ein zentrales Thema der (Kommunal)Politik, aber nicht als dauerhaft ausreichend  attraktive Ausstattung des Foyers.

Tübingen, 1.9.15

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Wollen Sie wissen was ein TÜsch ist?

Mit dem Finger durchs Rathaus – Leibniz-Institut entwickelt Tübingen-Infos auf Riesentablet

Er funktioniert wie ein Tablet, ist aber so groß wie eine Tischtennisplatte: der „Multi-TouchTable“, dessen Anschaffung fürs Rathaus-Foyer zur Diskussion steht. Was hinter dem Tisch steckt und was er kann, zeigte Prof. Peter Gerjets dem TAGBLATT. 27.08.2015

SABINE LOHR

Tübingen. Die Bilder liegen wild durcheinander: Unter Vermeers „Mädchen

mit dem Weinglas“ schaut ein Dürer-Kupferstich hervor, schräg daneben

das Bild einer goldenen, mit zahlreichen Ringen bestückten Hand, daneben

das Foto eines kunstvollen Schachbretts – als hätte jemand an die 50

KunstPostkarten auf dem Tisch vergessen. „Es soll unaufgeräumt

aussehen“, sagt Peter Gerjets. „Wenn es ordentlich ist, glauben die Leute,

sie könnten etwas kaputt machen.“

Gerjets leitet am Tübinger Leibniz-Institut für Wissensmedien das Projekt „EyeVisit“. „Wir wollen herausfinden, wie man Wissen mit digitalen Medien so vermittelt, dass möglichst viel davon hängenbleibt“, erklärt er zusammenfassend. Wie funktioniert die menschliche Informationsverarbeitung? Wo sind Hürden fürs Merken und wie kann man sie überwinden? Es sind vor allem Psychologen, die sich mit derartigen Fragen auseinandersetzen – und sie schließlich in Gerjets Projekt am Multimediatisch umsetzen….

…Unten rechts am Bildrand steht ein kleines „i“. Tippt man darauf, dreht sich das Bild um und mehrere Felder zu verschiedenen Themen erscheinen. Wer mehr über den Künstler wissen will: bitteschön. Oder die Technik? Die kunsthistorische Einordnung? Alles da. Und zwar, weil die Forscher herausgefunden haben, wie sie das Interesse der Besucher wecken können, wie sie angeregt werden und was sie überhaupt sehen wollen.

Eine Webcam hilft bei der Auswertung und für die weitere Arbeit: Welche Bilder holen sich die Besucher besonders oft? Was klicken sie nie an? Wie lange beschäftigen sie sich mit einem Bild?

Seit zwei Jahren steht der EyeVisit-Tisch nun im Braunschweiger Museum und kommt gut an, wie das Gästebuch beweist: „Sehr ansprechend“,

„Interessante Technik zur interaktiven Wissensvermittlung“, „Sehr cool“,

„Kann auch trockene Kunst interessant machen“ sind nur einige der vielen Einträge.

Zur Zeit beschäftigen sich die Projektteilnehmer um Peter Gerjets mit der Frage, wie man ihre Forschungsergebnisse für eine Stadt umsetzen kann.

Und probieren es am Beispiel ihres Standorts aus, in Tübingen. Ein Klick und der Tisch füllt sich mit einer Karte von Tübingen und seiner Umgebung. Gerjets zoomt den Ausschnitt mit der Stadtmitte heran, rote Punkte erscheinen. Einer davon markiert das Rathaus. Das Bild der Fassade poppt auf. Auf der Rückseite steht ein kurzer Text, der gespickt ist mit blau markierten Wörtern wie etwa „astronomische Uhr“. Wer darauf tippt, bekommt ein Bild der Uhr. Wissenshungrige erfahren mehr über den Sonnen- und den Mondzeiger. Wer sich jetzt doch nicht so sehr mit der Uhr beschäftigen will, befriedigt seine Neugier vielleicht, indem er sich erklären lässt, wer auf der Fassade alles abgebildet ist.

„Wir können zum Beispiel auch einen virtuellen Rundgang durch die Stadt anlegen oder Bilder zeigen, die man bisher nicht gesehen hat“, sagt Evamarie Blattner, die die Öffentlichkeitsarbeit für das Institut und das Projekt macht. „Und wir überlegen, ob man Teile davon aufs Smartphone laden und einfach mitnehmen kann“, ergänzt Gerjets. Man könnte auch, sagt er weiter, Führungen zu bestimmten Themen auf dem Tisch anbieten, zum mittelalterlichen Leben oder zum Nachtleben. Die Uni könnte sich präsentieren, die Museen oder auch Firmen. Studenten könnten sich

einbringen, indem sie Texte so aufarbeiten, dass die Besucher möglichst viel davon haben.

Der Stadt Tübingen hat Gerjets deshalb ein Angebot gemacht: Für 150 000 Euro würde das Leibniz-Institut den Tisch zunächst mit etwa 30 Themen bestücken – vielleicht mit dem Rathaus, dem Schloss, Infos zur Stadtgeschichte, der Universität und so weiter. Der Tisch könnte dann immRathausfoyer stehen. Von dort könnten die Besucher, die ja nicht einfach durchs Rathaus spazieren können, das Gebäude wenigstens virtuell anschauen.

Und der Tisch kann immer weiter bestückt werden. Etwa mit Plänen. „Der Europaplatz würde sich eignen“, findet Gerjets. Besucher könnten sich die beiden Alternativen laden und ausprobieren, wie die Busse fahren oder Gebäude hin- und herbewegen.

„Wir hätten den Tisch sehr gerne im Rathaus“, sagt Gerjes. Für das Leibniz-Institut wäre es großartig, wenn es in Tübingen zeigen könne, was in Tübingen erforscht wurde. Und die Tübinger hätten alle etwas davon. Zumal sich gleich eine ganze Gruppe am Tisch beschäftigen kann: „Es können 30 Finger gleichzeitig etwas machen.“

Einen kleinen Eindruck vom EyeVisit-Tisch gibt die app „epochal“ des Braunschweiger Museums.

150.000 Euro für einen Multi-Touch-Tisch – viel Geld?

Der Gemeinderat hat sich den Multi-Touch-Table bereits angeschaut – schließlich muss er letztendlich entscheiden, ob der Tisch fürs Rathausfoyer angeschafft werden soll. Im Planungsausschuss waren die meisten Räte begeistert von den Möglichkeiten, die dieser Tisch bietet, sie schreckten aber auch vor den Kosten zurück. Gerjets erklärt, wie der Preis zustande kommt: Etwa 40 000 Euro würden für die Hardware und die Technik anfallen. Der Rest für Personal, das etwa ein Jahr brauche, um Material zu sammeln und zu sichten, die Texte und Bilder zu bearbeiten und den Tisch damit zu „füttern“. Dazu müsste das Institut jemanden einstellen. „Wir verdienen nichts daran, sondern geben der Stadt den Tisch zum Selbstkostenpreis“, sagt Gerjets. „Teuer ist das nicht – es ist eher ein reines Freundschaftsgeschenk.“ Gerjets bemüht sich zudem um passende Projektmittel.

27.08.2015

 

 

 

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Mitte Juni meldete  sich Ernst Seidl, der Leiter des Museums der Universität, zu Wort. Er ärgert sich darüber, wie wenig die Stadt Tübingen mit den Museumsschätzen wirbt. Dabei haben die Sammlungen der Universität einiges zu bieten: Das Vogelherd-Pferdchen und die Steinzeit-Venus gelten als die ältesten Kunstwerke der Menschheit. Die beiden Figürchen sind so bedeutend, dass die Unesco sie im kommenden Jahr zum Weltkulturerbe erklärt. Zu sehen sind sie, zumindest zeitweise, im Tübinger Schloss. “Und das findet keiner, weil man es nicht sieht”, beklagt Seidl.
Sehr gerne, sagt er, hätte er eine Art Schaufenster für das Museum und die Sammlungen im Rathaus-Foyer. “Man könnte einzelne Objekte ausstellen, meinetwegen auch Faksimiles von den teuren Sachen – Hauptsache, die Leute werden auf diese Museen aufmerksam gemacht.” Immerhin könnten die rund 50 Sammlungen der Universität mit ganz einmaligen Exponaten aufwarten. Neben den Eiszeitfiguren zum Beispiel mit den Fundstücken vom Federsee, die Teil des Weltkulturerbes Pfahlbauten sind. Oder mit der ägyptischen Grabkammer – “die nächste steht im Louvre”. Die Universität Tübingen hat die größte paläontologische Sammlung, sie besitzt und zeigt das einzige Weltraumteleskop, das mehrfach im All war. Sie hat die größte islamische Münzsammlung und sie zeigt das “schönste, physikalische Experiment der Menschheit”. Das Tübinger Unimuseum mit seinen “weltweit singulären Objekten” sei, so Seidl, “das wichtigste Unimuseum Deutschlands”.

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Juni 2015

Und so sah es Sabine Lohr vom Schwäbischen Tagblatt im nach stehenden Kommentar, wobei sie allerdings vergisst zu sagen, dass die Fraktion der Tübinger Liste als einzige versucht hat, die starre Haltung der Verwaltung aufzubrechen und einen fraktionsübergreifenden Workshop des Gemeinderats forderten. Schlicht falsch ist die Behauptung, der Gemeinderat wollte einen Workshop nur unter den Gemeinderäten.
Dass die Tübinger Liste es jetzt geschafft hat, die Ausstellung der Stadtwerke zeitlich einzugrenzen, hat Frau Lohr nicht erwähnt.
Seit April versucht die Tübinger Liste als einzige Fraktion und dies in jeder Sitzung, die enge Festlegung auf die Energieausstellung und den hineingezwungenen Bürger und Verkehrsverein zu verhindern und die Diskussion zu öffnen.:

“Gähnende Leere im Rathausfoyer

Vor drei Jahren zog die Stadtverwaltung aus dem Rathaus, damit das 500 Jahre alte Gebäude saniert werden kann. Damals war schon klar, dass das Erdgeschoss eine große Halle sein wird, mit einer Glasfront zum Marktplatz hin. Nicht ganz so klar war die Nutzung dieser Halle. Es gab nur eine vage Idee: Ausstellung, Bürger- und Verkehrsverein, Infotheke.

Inzwischen ist alles ein bisschen konkreter – und unbefriedigender. Der Bürger- und Verkehrsverein winkte schon vor einem Jahr ab. Das Rathaus als zweiter Standort wäre, hieß es, nur zu machen, wenn dort täglich an mehreren Stunden Personal sei. Das bitteschön die Stadt bezahlen solle, wenn sie den Tourismusverein unbedingt im Rathaus haben will. Um die Ausstellung bewarben sich bisher alleine die Stadtwerke – mit großer Unterstützung von Oberbürgermeister und Stadtwerke-Aufsichtsratsmitglied Boris Palmer. Eine Dauerausstellung über die “Tübinger Energiewende”, soll es sein. Sie könnte im Januar eröffnen. Und statt einer Infotheke der Verwaltung ist nun an einen 150000 Euro teuren “Multimedia-Tisch” gedacht. Dessen Installation und Aufbereitung würde mindestens ein Jahr dauern.

So richtig zufrieden mit diesen Ideen war der Verwaltungsausschuss am Montag nicht. Eine Ausstellung zur Energiewende sei ja schön und gut. Aber doch bitte nicht als Dauerausstellung, hieß es – auch von den Grünen. Und der Multimediatisch – ein faszinierendes Spielzeug, aber teuer. Personalkosten für den Bürger- und Verkehrsverein will man auch nicht übernehmen. In einem Workshop sollen sich interessierte Gemeinderäte nun Gedanken machen.

Nichts gegen Workshops. Aber: Kommt er nicht reichlich spät? Jahrelang war Zeit, aus vagen Ideen ein Konzept zu entwickeln – eines, das fürs Rathaus passt. Und wieso soll der Workshop nur für interessierte Gemeinderäte sein? In einen derartigen Workshop gehören Ausstellungsmacher und Kulturamt, Tourismusexperten, Stadtarchiv und Stadtmuseum, Bürger, Architekten, Wirtschaft und Wissenschaft. Schließlich ist ein Rathaus heutzutage längst nicht mehr der Ort, an dem die Verwaltung ihrer Büroarbeit nachgeht und der Gemeinderat tagt – das Rathaus gehört den Bürgern. Sie sollen mitbestimmen dürfen, was im Foyer sein soll. Kein Workshop für Gemeinderäte, sondern ein Runder Tisch muss es sein. Tübingen hat inzwischen viele Erfahrungen mit dieser Art Bürgerbeteiligung. Eine davon ist, dass es lange braucht, bis ein Runder Tisch zu einem Konzept kommt.

Die vertane Zeit ist nicht mehr aufzuholen, weshalb das Rathausfoyer nun erstmal drei Monate lang leerstehen wird. Danach dürfen sich die Tübinger wie die Touristen wundern, weshalb sie in einem schönen, alten Rathaus etwas über die “Energiewende” erfahren statt über die Stadtgeschichte, wie sie es vermutlich erwarten würden. “Gibt es 200 Meter weiter schon im Stadtmuseum”, wischte Palmer am Montag diesen Vorschlag trotzig vom Tisch. Na und? Dann zieht diese Ausstellung eben zeitweise um. Davon profitiert auch das Stadtmuseum, das ohnehin mehr Platz braucht.

Was auch immer im Foyer einmal sein wird: Es ist peinlich für eine Stadt, die sich ihrer großen Bürgerbeteiligung rühmt, dass jetzt für die gute Stube in der Altstadt eine Hopplahopp-Lösung gefunden werden muss, damit die Leere nicht allzu länge währt.” Tagblatt, 24. Juni 2015

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