Aber wie denn dann? Tübingens Gemeinderat ist sich in diesem Punkt einig: Flüchtlinge müssen rein in die Stadt, in lebendige Wohngebiete, wo sie Infrastruktur, gemischte Bevölkerung und offene Bürger finden können. Und das heißt im Klartext: weitere Innenverdichtung und intensive Bürgerbeteiligung in der Planung!

Wo und wie die Stadtverwaltung Wohnraum schaffen will, können Sie hier lesen.

Ist die Standort-Frage erst einmal geklärt, stellt sich eine weitere:

Solider Neubau oder Containerlösung aus Holz oder Stahl?

Neubau braucht gründliche Planung und dauert seine Zeit, Behelfsunterkünfte lassen sich schnell aufstellen, sind aber nicht wirklich nachhaltig. So neu ist das alles nicht, das beweist ein Rückblick auf die 16 Holzhäuser in der Weststadt, die nach 24 Jahren verwohnt, schäbig und zugig immer noch Dienst tun. Denn was hält länger als ein Provisorium?
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Man erinnere sich:

26. März 1990: Der Gemeinderat beschließt, auf einem städtischen Grundstück in der Sindelfinger Straße, 16 Holzhäuser für 120 Asylbewerber und andere Wohnungssuchende zu bauen. 
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1991 kamen vor allem Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien sowie Sinti und Roma aus Rumänien. Sie alle wurden den Bundesländern nach einer Quotenregelung zugeteilt. Pro 1000 Einwohner wurden den Ländern nun 15 statt 9,5 Asylsuchende zugeteilt. Für den Kreis Tübingen, der bis dahin 1850 Flüchtlinge untergebracht hatte, hieß das, 1000 weitere Menschen aufzunehmen. Nicht mitgezählt waren dabei die rund 600 „Kontingent-Flüchtlinge“”, –Juden aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. Dazu kamen dann noch die Aussiedler, –Deutsch-Stämmige aus der ehemaligen Sowjetunion. Allein 1990 kamen rund 400 000 von ihnen nach Deutschland, 1991 waren es weitere 220 000, danach ging die Zahl zurück. All diese Menschen unterzubringen, war auch damals eins der größten Probleme. In Tübingen waren rund 760 Flüchtlinge in drei großen Sammelunterkünften untergebracht –,außerdem lebten 135 Asylsuchende in Wohnungen und in den damals neu gebauten Holzhäusern an der Sindelfinger Straße.

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