BÖSE ÜBERRASCHUNG
Seit Freitag sind die Flüchtlingsunterkünfte in der – leider überhaupt nicht sanierten – Unterkunft in der Sindelfinger Straße 35/36 mit etwa 50 Flüchtlingen, vor allem Familien mit vielen Kindern aus Syrien und dem Irak besetzt. Die Zuständigen der Stadt wussten offenbar nichts davon.

Als ich am Nachmittag beim Auftaktfest zur Interkulturellen Woche von -so berichtete mir ein sichtlich aufgeregter Mann- unzumutbaren Zuständen dort hörte, unter anderem von 12 gestern von dort ins Krankenhaus eingelieferten kleinen Kindern, beschloss ich einfach sofort nach der Veranstaltung hinzufahren, um das auf den Wahrheitsgehalt zu überprüfen.. Frau Kliche Behnke war auch auf der Veranstaltung im LTT und sie war dann spontan bereit mitzukommen. Danke, das war heute abend gut im Team!

Wir beide waren vor Ort wirklich schockiert: Die Wohnungen sind extrem heruntergekommen, in einigen Teilen scheint es sogar große Schimmelprobleme zu geben. Von Sanierung keine Spur! Die Tapeten hängen von den Wänden, Bis zu 5 Personen in kleinesten Zimmern. Eine Toiletten, die undicht war, die Heizung funktionierte gestern und vorgestern im ganzen Haus nicht und funktioniert wohl immer noch nicht richtig. Kein Toilettenpaier, keine Erstversorgung. Keine Betreuung. Für die vielen Kleinkinder keine Windeln. Die Kinder hatten nicht genug zum Anziehen. Mit nackten Füßen und ohne Socken in Sandalen liefen sie herum. In der Klinik waren die Kinder gestern u.a. wegen Unterkühlung und Dehydrierung sowie Durchfall behandelt worden. Ein Kind liegt noch dort. Eine Krankenschwester, die bei der Behandlung der Kinder von den Zuständen gehört hatte, kam während des Abends und brachte private Sachen zum anziehen und Spielsachen.

Frau Kliche Behnke und ich telefonierten gemeinsam um die Wette, am Ende bekamen wir die Hilfe zusammen. Auch Frau Arbogast kam dann -von ihr privat alarmiert- dazu und war von der Anwesenheit der Flüchtlinge in dieser Unterkunft und den äußeren Umständen mehr als überrascht.

Gegen 21.00h waren die Menschen dann mit dem Nötigsten versorgt, zusätzliche Decken, Getränke, Windeln etc.
Viele halfen mit. Besonders großzügig und privat half Herr Uysal, der Vorsitzende des Integrationsbeirats. Dank auch an Lisa Fedderle, die telefonisch vieles wie die Decken vom DRK organisierte. Sie geht derzeit auf dem Zahnfleisch. Aber auch viele andere, die spontan halfen, das war toll! Plötzlich waren viele da. Seit Freitag waren die Flüchtlinge aber zunächst völlig auf sich gestellt in einer fremden Stadt. Nur einige dortige Nachbarn hatten seit Freitag spontan geholfen.

FAZIT: Die Abstimmung zwischen Landkreis und der Stadt funktioniert noch nicht. Die Vorbereitungen der Stadt auf solche Eventualitäten sind noch nicht auf der Höhe. Es gibt z.B. keine Wochenendbereitschaft. Willkommmenskultur heißt jetzt in erster Linie: Die Menschen in Empfang nehmen, sie die ersten paar Tage in fremder Umgebung begleiten und für Eventualistäten bereit sein, um schnell handeln zu können. DA SIND WIR NOCH NICHT!
Hier, z.B. in der Sindelfinger Straße spielt die Musik in der Flüchtlingsfrage, nicht im Fernsehen und in Talkshows!

Ernst Gumrich

 

OB Palmers Kommentar: “Dafür ist doch der Kreis zuständig…”

Hat man Töne?????

Acting

Hier der Bericht des Schwäbischen Tagblatts, vier Tage danach…

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