Genug Themen, genug Leute. Mitglieder und Gäste der Tübinger Liste probierten das neu eröffnete Bootshaus am Neckar aus und waren zufrieden mit dem Service. Treppenlift für den Rollstuhl vorhanden. Sie werden gerne wieder kommen.

Zufrieden kann die Tübinger Liste auch sein mit ihrem unermüdlichen Einsatz für gute Ideen.
Hier nur ein paar davon:
  1. Elektro- und Hybrid-Mobilität für die Stadt Tübingen: Schnelle, flexible Fahrzeuge, leise und emissionsarm im guten Takt. Davon können sowohl Bewohner als auch Fahrgäste profitieren. Richtig in die Zukunft investieren, Infrastruktur für E-Fahrzeuge schaffen!
  2. Ein neues Bäderkonzept: Verluste der Stadtwerke eindämmen durch ein neues Hallenbad in der Südstadt, in der Nähe der Gymnasien in Richtung Freibad. Umwidmung des Uhlandbads für kulturelle oder soziale Zwecke. Eine wirtschaftlich und sozial vernünftige Planung!
  3. Stärkung der beruflichen Schulen: Handwerk und Gewerbe suchen intelligente praktische Absolventen statt mäßiger Abiturienten. Hier ist Geld für Bildung gut angelegt. Die Curricula und Abschlüsse der beruflichen Schulen müssen gesellschaftlich aufgewertet werden. Dazu können auch die Medien  beitragen.
  4. Relaunch der Gestaltung von Gewerbeflächen: schlecht genutzte Gewerbehöfe umnutzen, in die Höhe bauen, Regularien für Um- und Neubauten, Zwischenerwerbsmodell der Stadt. Ziel: weniger Flächenverbrauch, effizientere Nutzung. An Beispielen für schlechte Flächennutzung fehlt es nicht: Schelmen, Bahnbetriebswerk, altes Zankerwerk, ehemaliger EXpert, Autohäuser Unterer Wert, Bushalle Schnaith, ebenerdige Parkplätze am Güterbahnhof etc.
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Reinhard von Brunn, Vorsitzender der Tübinger Liste, mahnte, die natürlichen Grenzen der Stadt und ihrer umgebenden Natur immer im Blick zu behalten und nicht einem blinden Wachstumswahn zu folgen. Ernst Gumrich filterte aus den letzten Monaten „nur“ 14 Punkte heraus. Die Gäste bestimmten die Reihenfolge der Informationen: Sie interessierte vor allem der Schutz von Steinenberg und Sarchhalde, die Zukunft des Saiben, die Neubau-Gebiete in den Teilorten und der Konzertsaal.
1. Steinenberg und Sarchhalde. Die Universität mit Kliniken und Forschung meldet immer mehr Bedarf an Flächen an. Doch offenbar will sie nun zunächst verdichten und sich in den nächsten zehn Jahren nicht weiter in die Fläche ausbreiten.
Fraktionsvorsitzender Gumrich schilderte den Stand der Verhandlungen mit dem Land, dem Eigentümer und Haupt-Interessenten der fraglichen Flächen. Öffentlichkeitsarbeit der Naturschutzverbände und einer Bürgerinitiative und zähes Ringen in mehreren Runden scheint nun den Steinenberg als schützenswert beiseite zu lassen. Eine Reservefläche für die Universitätskliniken schien schließlich in Richtung Rosenau gefunden. Doch hier soll einst das erste Modul der Stadtbahn (die die Tübinger Liste NICHT befürwortet) enden. Die Diskussion geht also weiter. Wer hier einfache Antworten erwartet hatte, muss sich in Geduld fassen. Arbeit in Gremien erfordert Zähigkeit!
2. Der Saiben als eine letzte Reserve in Tübingen für Gewerbe und Wohnen. Klaus Schiffler, Ortsbeirat Süd, will kleinere Baugebiete und eine Frischluftschneise erhalten wissen.
3. Neubau-Gebiete in den Teilorten: Alle Ortsvorsteher verhandeln derzeit mit den Grundstückseigentümern, um die Vertragsverhandlungen mit der Stadt Tübingen vorzubereiten. Diese kauft die oft ungünstig geschnittenen Grundstücke auf und schneidet sie sinnvoll zu. Nach der Erschließung haben die ehemaligen Besitzer und andere Interessenten die Möglichkeit und die Verpflichtung die Grundstücke innerhalb von 2-3 Jahren zu bebauen. In Kürze wird klar sein, welcher Teilort als erster ins Rennen geht.
4. Konzertsaal: Es besteht Einigkeit darüber, dass das südliche Stadtzentrum als Standort geeignet ist. Prioritär wird der Europaplatz ins Auge gefasst. Dort könnte der Verkauf der Flächen um den Busbahnhof den Grundstückspreis senken, wenn nicht sogar decken. Als zweite Option kommt das ehemalige Gesundheitsamt in Frage, wo die Universität als Eigentümer Ersatz fordert. Alternativen gibt es dazu in der Brunnenstraße neben dem Technischen Rathaus, am Schlachthof oder am Milchwerk. 2018 soll endlich Klarheit darüber bestehen, wo und wie der Saal realisiert werden soll. Dann erst kann die Planung und Finanzierung beginnen. Die Tübinger Liste plädiert für solides Ansparen bei gleichzeitiger Suche nach Sponsoren.
Fragen aus dem Publikum:
1.  Warum wird für Schallschutz an der Stuttgarter Straße nichts ausgegeben, sondern die Last auf die Bewohner abgewälzt? Sie sollen sich „passiven Lärmschutz“, also schalldichte Fenster selber kaufen. Rose Bienia verglich die Kosten für eine Lärmschutzwand mit der „rein kosmetischen“ Renaturierung der Ammer in Lustnau.
2. Warum werden Gewerbegebiete immer wieder in Wohngebiete umgewandelt, wo doch angeblich Gewerbefläche fehlt? Beispiele: Egeria, Wurster & Dietz. Peter Bosch sieht die Gefahr der Grundstücks-Spekulation in der Weststadt, wo BayWa seine Tore schließt. Des weiteren mahnt er an, dass die Kosten bei öffentlich finanzierten Gebäuden immer höher seien als wenn für Privatkunden angeboten werde. Es fehle eine schärfere Kontrolle.
3. Warum Rampen mit 8% oder gar keine? „Eine Stufe reicht. Dann ist man außen vor.“ Thomas Unger, der seit seinem tragischen Rad-Unfall im Rollstuhl zu den Sitzungen kommt und wieder voll berufstätig ist, kritisierte die steilen Rampen in Neubaugebieten. Ein Betroffener sieht schärfer als der einsame Beauftragte der Stadtverwaltung.
Auch beim Thema Au-Brunnen, SAM, Verkehrsplanung, Fahrradwege und Kunsthallen-Management schwoll so manchem der Kamm. Doch der Jour fixe ist kein Stammtisch, bei dem nur Luft abgelassen wird. Die Stadträte Gumrich, Wittlinger und Höritzer nahmen Anregungen und konkrete Aufträge für ihre ehrenamtliche Arbeit mit.
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