12. Mai 2016 Wenigstens Busverkehr erwünscht!

Für die Regionalbahn sind zwei neue Haltepunkte, der Güterbahnhof und die Neckaraue, geplant. Die Lustnauer sollen aber möglichst gut angebunden werden. Darin sind sich Tübinger Verwaltung und Stadträte einig.

Der Lustnauer Bahnhof hat als Halt für die Regionalstadtbahn offenbar keine Chance. In der sogenannten Standardisierten Bewertung, die bundesweit einheitlich die Wirtschaftlichkeit von Verkehrsprojekten prüft, hat er nur den Faktor 0,98. Nötig wäre aber eine 1. Der Halt Neckaraue dagegen weist einen Wert von 1,06 auf. Einberechnet sind unter anderem erwartete Fahrgäste (Zuwachs) und Kosten. Die Berechnung werde nochmals aktualisiert, sagte Stadtplanerin Barbara Landwehr am Montag vor dem Gemeinderat, “aber die Experten rechnen nicht mit einem anderem Ergebnis”. Der Lustnauer Bahnhof solle aber auch nicht zurückgebaut werden, um sich die Zukunft offen zu halten.

Könne die Bahn denn nicht an drei Punkten halten, wollte Gotthilf Lorch (Linke) wissen. “Nach den derzeit geltenden unterstellten Fahrplänen geht das nicht”, antwortete Oberbürgermeister Boris Palmer.

Ernst Gumrich (Tübinger Liste) formulierte das Unbehagen vieler: “Die Standardisierte Bewertung leuchtet intuitiv nicht ein.” Palmer verwies auf das Einzugsgebiet der Haltepunkte: Bei der Neckaraue seien es 2250 Arbeitsplätze. Dem stünden 650 neue Einwohner und 50 Arbeitsplätze bei der Alten Weberei gegenüber. Das sei ein Riesenunterschied. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Rudi Hurlebaus sagte: “Als Lustnauer bin ich mit dem Ergebnis nicht glücklich, aber ich sehe jetzt keine Alternative.”

Einig waren sich die Stadträte in drei Punkten: Die Stadt soll die Lustnauer möglichst bald über die Argumente und Zahlen informieren. Landwehr sagte das für den Sommer zu. Die Radverbindungen sollen ausgebaut werden und am Halt Neckaraue sollen Abstellplätze für Räder eingerichtet werden. AL/Grüne stellten zudem den Antrag, die Fußgängerbrücke über den Neckar in Höhe des Rudervereins, den Bankmannsteg, barrierefrei mit einer Rampe zu versehen. “Den barrierefreien Bankmannsteg sage ich zu”, erklärte Palmer. Damit erübrigte sich der Antrag.

Gumrich und Martin Sökler (SPD) sprachen sich auch für eine Busverbindung von Lustnau zur Neckaraue aus. Palmer hielt entgegen, die Linie 21 sei schon jetzt schlecht ausgelastet.

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