“Kein Trinkwasser” steht auf jedem Stadtbrunnen. Was da alles drin sein kann! Legionellen, Mikroben, Bakterien – also lieber das kostbare Nass teuer bezahlen und in Flaschen kaufen? Und die letzten eigenen Brunnen, aus denen man immerhin passables Wasser schöpfen könnte, sollen zubetoniert werden? Wer kam auf die hirnrissige Idee, für ein paar Kröten Gewerbesteuer vielleicht den wertvollen Trinkwasserbrunnen in der Au zu opfern? Unwiderruflich? Der Widerstand von Umweltverbänden und Bürgern formiert sich. Fast täglich melden sich Leserbriefschreiber im Schwäbischen Tagblatt und auch bei uns. Sauberes Wasser ist ein kostbares Gut, um das uns viele Länder der Welt beneiden.

Dabei sieht es so aus, als fließe in Tübingen manchmal viel zu viel Wasser den Neckar hinab – und in die Keller. Hochwasser-Ereignisse nehmen zu. Deshalb hat die Landesregierung die Schrauben angezogen. Vom Himmel gefallen ist das seit einem Jahr gültige Wassergesetz nicht. Der Landtag hat es nur in Deckung gebracht mit dem Wasserhaushaltsgesetz des Bundes, das bereits im März des Jahres 2010 in Kraft getreten ist. Insofern hat der Gesetzgeber den Kommunen Zeit gegeben, sich auf die neue Situation einzustellen.
Dass künftig bebaute Innenbereiche als Überschwemmungsgebiete gelten können, die bisher nicht als solche definiert waren, konnte also keine Überraschung sein. Keiner versteht deshalb den entsetzten Aufschrei unserer Bürgermeister. Die Vermutung liegt nahe, dass sie insgeheim auf Übergangsfristen gehofft hatten, um anvisierte Bauvorhaben an den strengeren Regeln vorbei noch zu verwirklichen. Wie etwa das Projekt Alte Mühle in Lustnau.

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