25. Oktober 2018

Verdichtung um jeden Preis?

Der Tübinger Gemeinderat gibt fast 15 Millionen Euro für das Sofortprogramm Kindertagesstätten aus. 16 Gruppen entstehen bis 2020 (“Platz für 240 Kinder in sehr kurzer Zeit”, Artikel im Schwäbischen Tagblatt vom 5. Oktober).

Stadt und Gemeinderat sind voll des Lobes über ihr in aller Eile beschlossenes Sofortprogramm für Kindertagesstätten im Umfang von etwa 15 Millionen Euro für 240 Kinder und über den Neubau eines Kinderhauses im Kindergarten in der Tübinger Gartenstraße im Umfang von etwa 3,32 Millionen Euro. Dieser ad hoc beschlossene Neubau würde hier die Anzahl der Betreuungsplätze verdoppeln, gleichzeitig aber wertvollste Spielfläche im Außenbereich um 40 Prozent reduzieren. Das wäre irreparabel und somit nicht akzeptabel!

Schauen Sie doch einfach bei nächster Gelegenheit über den Zaun den Kindern zu, wie sie im Garten dieses Kindergartens spielen. Dann spüren sie die entspannte Atmosphäre, die dort herrscht. Und nun denken Sie sich den stattlichen Nussbaum weg mit seinem wohltuendem Schatten und seinen nährstoffreichen Früchten und dafür einen 4-geschossigen Querriegel als Passivhaus in Massivbauweise entlang der Kielmeyerstraße und 100 Kinder im noch verbleibenden Garten. Verdichtung um jeden Preis? Das muss nicht sein.

Alternativen:

1. Reaktivierung des Kindergartens in der Neckarhalde 31.

2. Im alten Güterbahnhof war ursprünglich ein Kindergarten geplant. Die Stadt hat in diesem Jahr diese Planung fallengelassen in der Meinung, der neue Kindergarten im Hof 3 des Güterbahnhofquartiers würde ausreichend sein. Diese Überlegung war offensichtlich falsch und gehört rückgängig gemacht. Kinder haben Vorrang vor dem Stadtarchiv und einer Gaststätte, die jetzt dorthin sollen.

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