“Tübingen bewegen zwei Entscheidungen:
Die kontroverse Aufgabe des Wasserschutzgebietes Au und die geplante Verkehrsberuhigung der Altstadt.

Wasserschutzgebiet Au:
Der Verzicht auf den gesetzlichen Schutz ist falsch und mit Blick in die Zukunft vielleicht sogar fatal. Die Befürworter der Bebauung behaupten listig: „Wir wollen den Erhalt des Aubrunnen als Notbrunnen.“ Aber jede Bebauung entzieht den Schutzstatus „Wasserschutzgebiet“. Nur darüber können Behörden private Nutzer einschränken. Erinnert sich eine Verwaltung in 50 Jahren an unsere guten Absichten 2017? Wir könnten es allenfalls hoffen. Wir dürfen deshalb dem Aubrunnen nicht durch Bebauung seinen einzig wirksamen rechtlichen Schutz entziehen. Die benötigten Gewerbegebiete finden wir anderswo in Tübingen (z.B. im Saiben und Schelmen bei Weilheim). Die Einbußen dort lassen sich mit der Aufgabe des Wasserschutzgebietes Au nicht vergleichen. Kurz zum Publicity-Gag des OB „Bürgerentscheide Aubrunnen im September“: Der Gemeinderat spielte aus guten Gründen nicht mit.

Verkehrsberuhigung der Altstadt:
Ein neuer Verwaltungsvorschlag regelt den Lieferverkehr in der Altstadt. Betroffen sind Paketdienste, Anwohner, Handwerker und Pflegedienste. Gefühlt 80-90% des Problems werden von den Paketdiensten verursacht. Die Vorschläge sind o.k. Wir sollten loslegen! Damit wir unserem Handel und Gastgewerbe aber nicht den Hahn abdrehen, müssen Sonderregelungen für sie noch etwas angepasst werden. Auch für die Anwohner sind Klarstellungen nötig. Beides lässt sich zügig lösen. Nach einer einjährigen Erprobungsphase sollten die Regeln – wo nötig – angepasst werden.

Die Regeln für Pflegedienstfahrzeuge müssen wir ausklammern. Mit den Pflegediensten wurde im Vorfeld gar nicht gesprochen. Die nötige Abklärung kriegen wir nicht auf die Schnelle hin. Auch die Regelungen für das Handwerk sind unklar und überbürokratisch: Vier verschiedene Karten: Eine blaue, grüne, Notfall- und Werkstattwagen-Karte. Das hat mit der Arbeitswelt des Handwerk wenig zu tun. Oft weiß man erst vor Ort, welche Karte nötig gewesen wäre. Der Kreishandwerksmeister und Gebhart Höritzer beschrieben, wie das Reparieren und Bauen inflexibel und viel teurer würde, für Mieter und Eigentümer. Wenn wir keine schnelle Klärung schaffen, sollten wir auch diesem Thema mehr Zeit geben. Sonst gibt das ein böses Eigentor für unsere Altstadt!”

Ernst Gumrich

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Wer wissen will, was ehrenamtliche Gemeinderatsarbeit bedeuten kann, darf gerne die detaillierten Fragen zur Vorlage der Verwaltung zum Thema Verkehr in der Altstadt lesen. HIER ist sie.

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