Kornhausstraße: Rücksicht?

Eigentlich war zum Thema Kornhausstraße alles gesagt – der Tagblatt-Artikel vom 2. März darf m.E. aber nicht unkommentiert bleiben: Insbesondere die Äußerung von Hr. Hess „Wir legalisieren nur, was ohnehin schon praktiziert wurde“ möchte ich so nicht stehen lassen. Das eben ist eine Folge der bisher sehr unregelmäßigen Kontrollen in der Fußgängerzone und der i.d.R. kostenfreien Verwarnungen (Die Tübinger Liste hat dazu mehrfach Anfragen im Gemeinderat gestellt). Wenn wir weiter nach dieser Maxime vorgehen, können wir die gesamte Fußgängerzone und alle Gehwege für Fahrräder frei geben, denn auch hier fahren täglich Radfahrer*innen, bei denen man sich – Zitat OB Palmer – „bisher scheute, die Strafgebühr konsequent durchsetzen zu lassen“. Warum eigentlich?? Und was nutzen 2 Monate intensive Kontrollen in der Kornhausstraße, wenn danach wieder nach dem laissez-faire-Prinzip verfahren und gern mal „ein Auge zugedrückt“ wird? 

Die Diskussion, die jetzt erfolgt, ist notwendig und wäre bereits im Vorfeld der Maßnahme richtig und wichtig gewesen. Jetzt die Besorgnis von Fußgänger*innen und Ladeninhaber*innen abzubügeln, ist der falsche Weg, denn die Bedenken sind berechtigt. Der fromme Wunsch nach „Rücksichtnahme“ reicht eben nicht. Wir müssen in Tübingen endlich zu Lösungen kommen, die Konflikte und Gefährdungen ALLER Verkehrsteilnehmer*innen minimieren. Shared space ist dafür nachweislich keine gute Alternative. 

Claudia Braun (Stadträtin Tübinger Liste)

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