Ladensterben in der Innenstadt: Unser Antrag liegt…

16. Juli 2018

Das Mehrfache der Wohnungsmiete kann keiner mehr stemmen: Lunette, Mayersche Apotheke, Kreissparkasse, Volksbank, Frauendiener und mehrere Geschäfte in der Neckargasse gaben auf.

Der Einzelhandel befürchtet das Aus für zehntausende Läden in den Innenstädten. Dabei geht es um viel mehr als die betroffenen Jobs.
schreiben Brigitte Koch und Jan Hauser in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom 15. Juli 2018.

Es ist nicht nur ein Tübinger Problem.
Es ist aber unsere Aufgabe, hier Lösungen zu finden.

DREI Handlungsfelder erscheinen uns und dem FAZ Artikel wichtig:

ERSTENS: „Innenstädte sind inzwischen mehr als nur Geschäfte.“ Daher müssen wir unsere über 20 Jahre alten Regeln (Altstadtsatzung und Bebauungsplan Altstadt) erst miteinander diskutieren und dann mit Fingerspitzengefühl und Mut anpassen. Unser Antrag, diese Diskussion zu starten, liegt seit über 4 Jahren unbearbeitet. Hinter den Kulissen mag an Teilfragen gearbeitet werden. Den Diskurs mit der Stadtgesellschaft aber nicht zu beginnen, halten wir für falsch.

ZWEITENS: Die Stadt muss mit den Eigentümern von Ladenlokalen reden, ernsthaft reden. „Die Kommune sollte mit dem Einzelhandel und den Immobilienbesitzern zusammenarbeiten. Eigentümer müssten von hochpreisigen Mieten Abstand nehmen,“ fordert der FAZ-Artikel. Wir sagen: Auch mit dem doppelten einer Wohnungsmiete für Ladenlokale kann ein Hausbesitzer gut leben, und der Ladenbesitzer auch! Mit dem vier-, den fünffachen und mehr gehen Läden heute ein. Die schönen, die spannenden Inhaber-betriebenen Läden allemal. Ein/e Mutige/r nach der/dem anderen.

DRITTENS: Die Stadt muss Eigner von Ladenlokalen auf ihre Verantwortung gegenüber der Stadtgesellschaft in klaren Worten, gerne auch mal ärgerlich hinweisen, wenn zu befürchten ist oder eingetritt, dass lange keine Anschlusslösung gefunden wird. Manchmal muss die Verwaltung mit dem gleichen zeitlichen Druck auch interne Verwaltungshemmnisse dafür beseitigen. Quasi Leerstände (Kreissparkasse und Volksbank am Markt) oder langjährige Hängepartien (wie Lunette in der Neuen Straße oder -hoffentlich nicht, aber zu befürchten- die wunderbare Mayersche Apotheke) müssen Chefsache und „dringlich“ sein. Das korrekte, „es geht alles seinen bürokratischen Weg,“ ist nicht akzeptabel. Leerstände sind wie Wunden. Sie gehören sofort behandelt und gepflegt.

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