Leserbrief im Schwäbischen Tagblatt
zum Artikel „eine junge Stadt auch für Ältere“ vom 11.04.14

Vielen Dank an das Schwäbische Tagblatt für den umfangreichen Artikel zur Podiumsdiskussion des Stadtseniorenrates vom 9. April.
Leider wurde im Bericht über die Podiumsdiskussion – was aufgrund der Fülle der Äusserungen nachvollziehbar ist – mein Zitat verkürzt wieder gegeben, damit aus dem inhaltlichen Zusammenhang gerissen und ich möchte das nicht unkommentiert so stehen lassen und hier gerne präzisieren:
Ich hatte den Mangel an innovativen Wohnformen in Tübingen beklagt. Doch nicht dies „ist an der Grenze zur Diskriminierung“, sondern die Tatsache, dass viele ältere Menschen – allein aufgrund ihres Alters – in Tübingen Probleme haben, auf dem freien Markt eine bezahlbare Wohnung zu finden, zumal Betreute Wohnungen zur Miete Mangelware sind.
Tübingen wird immer als „junge Stadt“ dargestellt, aber auch vor unserem „Städtle“ macht der demografische Wandel nicht Halt – die Zahl hochaltriger und allein lebender Menschen nimmt zu. Für diese Menschen gilt es, ein geeignetes, differenziertes und v.a. wohnortnahes Wohn- und Pflegeangebot zu entwickeln, Einsamkeit vorzubeugen, Beratungsmöglichkeiten auszubauen, die einen möglichst langen Verbleib zuhause ermöglichen und pflegende Angehörige entlasten. Ein ganz zentraler Punkt ist die fachliche Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements, ohne das viele Projekte und auch Angebote für Senioren in Tübingen auf Dauer nicht möglich wären. Die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen wird sich bis 2050 verdoppeln – auch hier haben wir noch keine Konzepte, wie z.B. erkrankte Menschen ohne Angehörige möglichst lange zuhause versorgt werden können.
Es gibt noch viel zu tun: packen wir’s an: am 25. Mai Tübinger Liste wählen.

Claudia Braun, Kandidatin der Tübinger Liste

Diesen Beitrag teilen