Tübingen bekommt einen neuen zentralen Omnibusbahnhof. Alle Informationen zu den Planungsalternativen können ab sofort unter

http://www.tuebingen.de/zentrumsued/1401.html#13849

heruntergeladen werden. Die Stadtverwaltung erläuterte diese Entwürfe bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung am Mittwoch, 17. Juni 2015, um 19.30 Uhr in der Mensa Uhlandstraße.
Europaplatz

Hier ein Kurzprotokoll der Bürgerversammlung:

Die Verwaltung favorisiert klar Variante 2. OB Palmer lehnt 3a und 3b kategorisch ab.

Die Bürger haben heute kritische Anmerkungen zu folgenden Themen platziert:

1. Witterungsschutz
Es sind einzlene Dächer pro Bahnsteig vorgesehen, die den Fahrgast zwingen, in Regen und Wind ungeschützt von Dach zu Dach zu gehen.
Wartende sind jedoch geschützt.
Argumente der Verwaltung: Große Dächer sind dunkel und hässlich (siehe Pforzheim und Böblingen), hohe Dächer lassen seitlichen Regen ein, schicke Dächer in Pagodenform etc. sind eher unbezahlbar.
Palmer sah diese Einwände positiv: „Wer Dach sagt, sagt ja zum neuen ZOB“

2. Sicherheit der Fußgänger
Sowohl in Variante 1 als auch in 2 werden Busse die Wege vom Bahnhof zur Stadt in beiden Richtungen kreuzen.Schüler werden immer den kürzesten Weg nehmen und kreuz und quer zwischen den Bussen durchlaufen.
Argumente der Verwaltung: die drei offiziellen Zebrastreifen-Übergänge Bahnhof-Stadt-Bahnhof werden weniger befahren sein als die Mühlstraße heute, weil der MIV wegfalle. Außerdem seien Berufsfahrer besonders umsichtig.
Die Barrierefreiheit werde mit den Betroffenen separat diskutiert.

3. Steige für Regional- und Fernbusse
Regionalbusse und Fernbusse sollten näher an den Bahnhof rücken, weil hier viel Umsteigeaktivität mit Gepäck stattfindet. 300m Entfernung sei zu weit. Fernbusse sind nicht immer pünktlich, ihre Stehzeiten sind weniger berechenbar.
Das Thema Fernbus wurde auch als „Fehlentwicklung“ und nicht förderungswürdig abgelehnt, aber ein Angestellter der Bahn (H. Rinderknecht) hält den Trend für anhaltend.
Verwaltung: will Bedenken aufnehmen, evtl. zwei Fernbus-Steige auf die Südseite verlegen.

4. Touristik-Busse und öffentliche WCs
Vertreter der Touristik kritisierten den Abstellplatz der Touristik-Busse in der Wöhrdstraße und das Fehlen ansprechender Toiletten an Bahnhof und BVV.
Verwaltung: Wöhrdstraße sei optimal als Haltestelle, weil nah an BVV und Neckarbrücke. Wöhrdstraße werde ansehnlich aufgemöbelt. WCs sind für die Feinplanung vorgesehen.

5. Flächenverbrauch
Baufenster in Variante 2 ist größer, wird deshalb von der Verwaltung favorisiert. Sie will keine Trennung zwischen Passagieren und Kunden, die sich an den Schaufenstern des neuen Geschäftshauses unterhalten. Multifunktionale Flächen sind gewollt.

6. Fahrrad-Parkplätze
AdFC hält Tiefgarage für Tagesparker für absolut unrealistisch, weil 100 m = 25 Minuten und „Angstraum“ im Untergeschoss. Vorgeschlagen wird der Freiraum an Gleis 1 innerhalb des Bahnhofs.
Verwaltung: Will mit der Bahn über Flächen im Bahnhof verhandeln. Wenn Tiefgarage, dann hell und sicher!
Automatisches Parken wird z. Zt an einer Schule in Rutesheim erprobt. Ergebnisse will man abwarten.

7. Konsens: MIV kann raus aus Bahnhofsareal. Benachteiligt sind höchstens Bewohner aus der Biesinger und Hirschauer Straße etc.

8. Reservefläche für Konzertsaal ist am Park vorgesehen (Gesundheitsamts-Gebäude?)

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