Mobil in der Zukunft: ohne Gleise

Berlin bestellt nur noch Elektrobusse, Monheim am Rhein lässt erste autonome Kleinbusse testen, die württembergischen Schorndorfer probierten den Bus on demand. Und Tübingen? Will partout Schienen durch die Stadt legen. Das leuchtet vielen Einwohnern überhaupt nicht ein. Der kommunale Bus-Betreiber SWT soll sich ein Drittel seiner Bus-Leistung wegnehmen lassen. Welches unabhängige Unternehmen würde sich das gefallen lassen?

Dies und vieles mehr war Thema im Jugendcafé Bricks auf Einladung des Jugendgemeinderats und am 27. März im Bootshaus auf Einladung der Tübinger Liste.

Paul-Janosch Ersing schlug den 100 Gästen im Bootshaus vor, die Verkehrssituation in Tübingen mit praktischen SOFORT-Maßnahmen zu verbessern:

  1. Mehr Express-Bus-Linien aus Pendler-starken Umlandgemeinden zum Schnarrenberg einsetzen.

  2. Einen Direkt-Bus im Kurztakt zu Stoßzeiten (7.00 Uhr bis 9.00 Uhr und 16.30 Uhr bis 18.30 Uhr) von der Südseite des Hauptbahnhofs über Schlossbergtunnel-Westbahnhof-Hagellocher Weg-Ebenhalde zum Schnarrenberg und zurück einrichten. Nach Fertigstellung mit Fortsetzung zum Wissenschafts- und Technologiepark. An der Südseite des Hauptbahnhofs (Thiepval-Kaserne) ist die entsprechende Infrastruktur leicht herzustellen.

  3. Umsteigen lässt sich auch einladend, bequem und zeitsparend gestalten. Der bereits begonnene Umbau des Busbahnhofs muss dafür genutzt werden.

  4. Die TüBus-Flotte schnellstmöglich auf weitgehende Abgasfreiheit umstellen. Tübingen als Testfeld für neue Fahrzeugkonzepte des Öffentlichen Nahverkehrs zur Verfügung stellen. 

  5. Das Radwegenetz konsequenter ausbauen und sicherer machen. Die geplanten Radbrücken und Unterführungen sind ein guter Schritt. Die vielen kleineren Mängel systematischer und sofort beheben.

Das sollte in den nächsten vier Jahren geschehen:

  1. Wissenschaftlich fundierte Prüfung von Alternativen zur Innenstadtstrecke. Dazu gehört eine entsprechende Finanzierung.

  2. Professionelle Marktbeobachtung neuer Transportsysteme im öffentlichen Nahverkehr und Prüfung, ob sie für Tübingen einsetzbar sind.

  3. Die Marktveränderung weg vom eigenen Fahrzeug hin zur „Mobilität als Service“ aktiv begleiten und fördern. Eine gemeinsame App für alle Angebote vom Bus über TeilAuto bis zur elektronischen Mitfahrbank entwickeln.

  4. Planung und Einrichtung von –vorläufigen- Bus-Spuren

  5. Komplette Umstellung des TüBus-Fuhrparks auf lokale CO2-Freiheit

  6. Aktualisierung des Tübinger Generalverkehrsplans, Vorschläge zur Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs in der Innenstadt und zur neuen Verkehrsführung auf Hauptverkehrsachsen.

Hier die Broschüre der Tübinger Liste: Tübingen – lieber ohne Gleise!

Mobilität wird demnächst als Service angeboten. Nicht jeder muss das Verkehrsmittel besitzen, das er benutzt.
Die Tübinger Hybrid-Busse sind immerhin ein Schrittchen in die richtige Richtung
Monheim am Rhein / BSM / Autonomer Bus, 45 km/h, 12 Personen
Für eine kontroverse Diskussion sorgten Prof. Dr. Jürgen Deiters aus Osnabrück, ProRegioBahn-Vertreter Jochen Gewecke, Reinhard von Brunn, Ernst Gumrich und viele engagierte Gäste aus dem Publikum.

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