Claudia Braun von der Tübinger Liste formulierte einen Antrag zur Neugestaltung des von Fahrrädern, Trafohäuschen und anderem Gerümpel verunstalteten Platzes vor der Neckarmüllerei, des “Nymphenplatzes”.
Nymphenplatz

Vor einem halben Jahrhundert gab es sie noch, die Nymphe am Neckartor, die dem Platz einen Rahmen und einen Namen gab. Mittlerweile sitzt sie einsam unter den Weiden am Wildermuth-Gymnasium.
Stararchitekt Theodor Fischer sollte um 1910 einen präsentablen Platz gestalten, einen würdigen Stadteingang. Fischer sah sich mit einer fast so misslichen Situation konfrontiert wie sie heute ist: “Es bleibt nichts weiter übrig, als die Stelle, wenn sie für ein Kunstwerk geeignet werden soll, zu isolieren gegen die eher anspruchslosen Nachbarschaften.”
Diese Nachbarschaften sind dank Gebrüder Reibold und Germania keineswegs ansehnlicher geworden. Auch versandete die zuletzt vor gut fünf Jahren gestartete Initiative der Stadt, die Baracken-Bebauung am Österbergfuß durch etwas Passenderes, “einen Kopfbau”, zu ersetzen.
Die letzte Anstrengung, den Platz aufzuräumen, wurde 1998 unternommen. Die nüchterne Form, die Uwe Wulfrath vom Tübinger Stadtplanungsamt wählte, “lasse eigene Möglichkeiten der Interpretation zu”,so der euphemistische Kommentar der Planer… Immerhin ein Brückle zur Neckarmüller-Terrasse kam inzwischen hinzu. Auf Druck der Initiative Gartenstraße bleibt es tagsüber für Fußgänger offen. Eine tolle fußläufige Erschließung von Biergarten und winziger städtischer Grünfläche am Neckar ist das aber nicht.

Heute hat sich das Schwäbische Tagblatt des Themas angenommen:
Lesen Sie hier!

Brunnennymphe_vor_dem_Uhlandhaus

Neckarmüllerei-1911

Diesen Beitrag teilen