Eine “Infoheftle” der Bürger-Initiative Au-Brunnen gibt Auskunft zu den wichtigsten kontrovers diskutierten Fragen. Hier können Sie es lesen.

Mehr Infos gibt es bei diesen beiden Veranstaltungen:

>>>am 19. Mai im Lamm am Markt, 20 h, lädt die BI Aubrunnen ein zur Informationsveranstaltung “Streitfrage Aubrunnen – ExpertInnen informieren und diskutieren Ihre Fragen.” Die Referenten:

Prof. Dr.-Ing. Olaf A. Cirpka, Professor für Hydrogeologie, Universität Tübingen

Dr. Sybille Hartmann, Biochemikerin und ehemalige Umweltbeauftragte der Stadt Tübingen

Dr.-Ing. James Daniell, Bauingenieurwesen, Geo-physikalisches Institut, Karlsruhe Institute of Technology

Dr. Uta Eser, Umweltethikerin und Biologin, Büro für Umweltethik Tübingen

Peter Fink, Versicherungsmathematiker

Andreas Feldtkeller, Stadtplaner, Initiator des Tübinger französischen Viertels

 

>>>am 24. Mai um 19 Uhr in der Turnhalle Feuerhägle in Derendingen (Einlass: 18.30 Uhr) lädt die Stadtverwaltung ein zu einer Bürgerversammlung zur Fortschreibung des Flächennutzungsplans für das Stadtgebiet südlich des Neckars in die Turnhalle Feuerhägle Derendingen, Primus-Truber-Straße 47 Es heißt dazu offiziell: “An diesem Abend geht es unter anderem um die gewerbliche Entwicklung der Universitätsstadt mit möglichen Bauflächen in den Bereichen Traufwiesen, Au und Lange Wiesen sowie die Entwicklungsflächen im Saiben.”

am Montag, 17. Juli im Planungsausschuss im Rathaus: Flächennutzungsplan einschließlich Au-Brunnen

am Montag, 24. Juli: Gemeinderatsentscheidung zum Flächennutzungsplan einschließlich Au-Brunnen. 

 

 

April 2017:

Am Ostermontag 2017 um 11 Uhr hatte die Bürger-Initiative Au-Brunnen vor Ort aufgerufen, eine Menschenkette um das Areal zu bilden und den Zaun mit Kunst und Transparenten und Plakaten zu bestücken. Mit Kunst und Musik demonstrierten etwa 400 Bürger gegen die Umwandlung des Trinkwasser-Schutzgebietes in eine Gewerbegebiet.

Hier ein offener Brief der BI an Oberbürgermeister Palmer.

Natürlich ging es um den Erhalt des Wasserschutzgebietes und des Reservebrunnens, aber es ging auch um Grundsätzlicheres beim Osterspaziergang: Wo sind die Grenzen vom Wachstum einer Stadt erreicht, und wie kann zukunftsfähiges Wachstum aussehen.

„Das Wasser ist die Grundlage des Lebens“, sagte Bürgerinitiativen-Mitgründer und Stadtrat (AL/Grüne) Bruno Gebhart:„Wir meinen, dass ein Reservebrunnen wichtig ist, da die Trinkwasserversorgung auf vielen Beinen stehen muss“, so Gebhart. Die Bodenseewasserversorgung könne niemand garantieren; man könne mögliche Risiken wie ein Erdbeben oder einen Giftanschlag oder auch die Folgen des Klimawandels nicht einfach ausschließen.

 

Viele der Anwesenden am Ostermontag äußerten, dass sie sich von Oberbürgermeister Boris Palmer verraten fühlten. „Wenn jemand so etwas Grundlegendes wie die lokale Trinkwasserversorgung angreift, ist das für mich ein Grund, die Grünen nicht mehr zu wählen“, sagte die Tübingerin Sylva Lauto.

Oberbürgermeister Palmer erschien am Zaun des Au-Brunnens und argumentierte, dass Wachstum unerlässlich sei, damit die lokale Wirtschaft nicht abwandere. In den vergangenen zehn Jahren sei ausschließlich innerstädtisch in bereits bestehenden Gebieten gebaut worden und auch in Zukunft solle darauf geachtet werden, dass das so bleibe.

Zehn Hektar neues Gewerbegebiet würden gebraucht. Neben dem Gebiet um den Au-Brunnen kämen dafür nur der Saiben bei Derendingen und die Traufwiesen am Waldrand vor dem Hornbach in Frage. Für den Au-Brunnen spräche die bereits bestehende Verkehrsanbindung durch die Eisenbahnstraße und die geplante Stadtbahn-Haltestelle dort. Warum die zehn Hektar überhaupt nötig seien, fragten hingegen Engagierte der Bürgerinitiative. „Ewiges Wachstum ist eine Sackgasse“, so Gebhart.

Auch Palmers Argumentationsführung wurde kritisiert: So sagte er beispielsweise, dass der Brunnen die schlechteste Wasserqualität von allen Tübinger Brunnen habe. Das sei zwar technisch richtig, aber irreführend, entgegnete Christina von Elm, Gründungsmitglied der Bürgerinitiative.

„Die Wasserqualität dort ist gut“, sagte von Elm. Zwar sei die Qualität des Wassers der anderen Tübinger Brunnen noch besser, aber trinkbar sei das Wasser aus dem Au-Brunnen allemal. Der Au-Brunnen sei allerdings der einzige Brunnen, der aufgrund seiner Tiefe auch im Fall von Überschwemmungen weiter betrieben werden könne. „Wir legen großen Wert darauf, nicht tendenziös zu berichten, sondern so, dass die Bürger es nachprüfen können“, sagte die Archäologin, die viele Informationen zum Brunnen auf der Website der Initiative (www.bi-aubrunnen.de) aufbereitet hat.

 Not- oder Reservebrunnen?

Aktuell wird geprüft, ob das Gebiet um den 1905 erschlossenen Au-Brunnen im Rahmen des Flächennutzungsplans als Gewerbegebiet ausgeschrieben werden kann. Im Moment ist der Brunnen nicht an das Wassernetz angeschlossen, sondern wird als Reservebrunnen betrieben. Das bedeutet, dass er regelmäßig gewartet werden muss. Wenn im Schutzgebiet gebaut würde, könnte er als Notbrunnen weiterbetrieben werden. Dann aber wären die Auflagen andere und er könnte nicht mehr jederzeit sofort an das Wassernetz angeschlossen werden.

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