Die Lieferdienste, die bisher eigentlich nur von 5 bis 10 Uhr sowie von 18 bis 20 Uhr in die Fußgängerzone fahren dürfen, dürfen das künftig nur noch von 6 bis 10 Uhr. Außerhalb dieser Zeit müssen sie auf eigens für Lieferdienste reservierten Stellplätzen parken. Wie sie ihre Pakete oder Lebensmittelkisten dann zu ihren Kunden bringen, bleibt ihnen überlassen. „Denkbar wäre die Anlieferung mit Sackkarren oder Lastenrädern“, schreibt Andreas Kerth, Leiter der Fachabteilung Verkehrsrecht in der Tübinger Stadtverwaltung.

Eine fahrzeugfreie Fußgängerzone. Ja, aber …

…Handwerker dürfen nur nach einer Doktorarbeit über die Lektüre vielfarbiger Karten zu den Kunden in der Fußgängerzone?

Bei den Bedürfnissen der Pflegediensten nochmals wirklich und sehr eingehend mit den Pflegediensten sprechen! Auch diese Vorschriften scheinen nicht rundum sinnvoll.

Fangen wir doch mal mit dem Hauptproblem an: Den Paketdiensten. Das Problem unserer Fussgängerzone sind zu 90% die Lieferfahrzeuge, vor allem die Paketdienst. Der Verwaltungsvorschlag entspricht dort weitestgehend unseren Forderungen. Ja, so kann man es machen.

Die vorgeschlagenen Lösungen für die Handwerker sind jedoch ein bürokratisches Monster. Tübinger Betriebe, die sich überhaupt die Mühe machen, noch Kunden in den Fußgängerzonen zu betreuen, werden das mit der Zeit vielleicht lernen. Aber da kommt auch der Heizungsservice aus Neu-Ulm, der Aufzugsmonteur aus Hamm, der Zimmermann aus Herrenberg. Der kann erst mal einen halben Tag Vorschriften kauen, bei der Kreishandwerkerschaft seine Berechtigung prüfen lassen, dann zur Stadt den Schein holen, und die machen aber nicht um 6:00h auf! Und der Schein kostet 20 Euro, selbst wenn er nur für diesen einen Kunden in die Altstadt einmal hinein will.

Wir haben den Kreishandwerksmeister heute Abend in unsere Fraktion eingeladen. Habt Ihr Handwerker dem aktuellen Vorschlag wirklich zugestimmt, wie die Vorlage andeutet? Das würde uns sehr überraschen. An Eure Kollegen von außerhalb, habt Ihr dabei auch gedacht?

Bei den Pflegediensten ist das ähnlich. Wer wie unsere Claudia Braun weiß, wie hart und mit dem Finger auf der Stoppuhr die Pflegedienste arbeiten müssen, der weiß auch, dass es einzelne Fälle gibt, die täglich mehr als zwei Stunden “dauern”, dass Pflegedienste zudem oft mehrere Betreuungsfälle in Nachbarschaften zu betreuen haben u.s.w.

Unser Vorschlag: Lieferdienste, Poller und die Verhinderung von Abkürzungsverkehr: Sofort loslegen. Dann Handwerker und Pflegedienste später regeln, wenn das wirklich noch nötig ist. Und bei den Anwohnern ist es auch noch nicht rund. Da kommt eine Familie mit drei Kindern und den Koffern mittags um 14.00h von der langen Reise mit einem Auto voller Koffer, Taschen, Tüten heim. Vorm Haus ausladen geht nicht?

(Die Idee eines zentralen Hubs für alle Lieferdienste und Lieferanten und dann Radkutschen-Verteilung durch ein lokales Unternehmen: Die THEORETISCH tollste Idee. ABER, die Gründe dagegen nennt die Verwaltung doch selbst. Wir wollen Euch nicht entmutigen. Aber wer moderne Logistik kennt, der weiß, dass das nur mit einer Vereinigung der verschiedensten EDV basierten und unterschiedlichen Erfassungs- und Sendungsverfolgungssysteme bei diesem lokalen Unternehmen gehen würde (upward und downward-Kompatibilität vieler Systeme in einem EDV System). Und selbst dann ist dieses Wissen um Kunden und Systeme bestgehütetest Betriebsgeheimnis der Logistikfirmen. So toll die Idee WÄRE, es ist eine schiere Utopie! )

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