Pfrondorf. Rundgang der Tübinger Liste, 28. April 2017 von 17:00 bis 19:30h

Pfrondorf bietet Weitblick und Komfort. Von den derzeit gut 3.200 Einwohnern finden etwa 270 im Ort ihren Arbeitsplatz bei Brennenstuhl (ca. 150) und im Handwerk, aber viele pendeln auch nach Böblingen, Tübingen, Stuttgart und Reutlingen zum Arbeiten und schätzen ihr nahes grünes Umland. So gestaltete sich der Rundgang mit Ortsvorsteher Siegfried Rapp und einigen interessierten Bürgern weniger als Problem-Darstellung denn als eine Präsentation schöner Projekte.

Projekt 1: Neubaugebiet Weiher

Neben dem Distributionszentrum der Firma Brennenstuhl an Hofstrütle/ Lindenstraße ist ein breiter Streifen Gewerbegebiet (Strütle) geplant und in Richtung Weiherstraße ein Wohngebiet für rund 500 Personen. Reihenhäuser, Einfamilienhäuser und Geschosswohnungen sind geplant. Wie groß der Anteil an Geschossbau ist, wird noch festgelegt.

Christian Wittlinger plädierte dafür, Geschosswohnungen nach Norden zu verlagern, um allen die schöne Aussicht auf die Alb zu gönnen. Das Gebiet wird bebaut mit etwa 70qm bebaute Fläche auf 100qm Grund = 0,7 GFZ. Eine Mehrfach-Beauftragung ist beabsichtigt.

Die Bauplätze sollen nach sozialen Kriterien vergeben werden. Der Anteil der Sozialwohnungen in Pfrondort soll nach den Wünschen des Ortschaftsrates 10% betragen. Anspruch auf eine Sozialwohnung haben derzeit Menschen unter der Einkommensgrenze von 34.000 € brutto/Jahr. Als positives Beispiel für die gute Zusammenarbeit mit der GWG führt Rapp das „graue Haus“ neben dem Rathaus an, wo die GWG kürzlich vier Sozialwohnungen errichtet hat. Das Angebot im Weiher wird sich an junge Familien wenden, aber auch an Seniorenwohnungen wird gedacht.

Die Telekom legt voraussichtlich Glasfaserkabel nach Pfrondorf. Der TüBus kommt im 15-Minuten-Takt und hält an 14 Haltestellen.

Den Vorschlag, das bestehende und teure Alten- und Pflegeheim am Baumwiesenweg in das Neubaugebiet zu verlegen und das Heim in Seniorenwohnungen umzuwandeln, beantwortet Rapp damit, dass die Ansprüche der Pfrondorfer Bürger sehr hoch seien.

Der Aufkauf der Grundstücke durch die Stadt Tübingen ist vorbereitet. Ein Gespräch unter allen Ortvorstehern soll die Prioritätenliste festlegen. Es wird damit gerechnet, dass das Baudezernat ein Baugebiet pro Jahr bearbeiten kann, pro Bebauungsplan gehen noch einmal zwei Jahre ins Land. Für Ankauf und Erschließung sind mehrere Millionen € vorgesehen.

Bauwillige werden sich also auf mindestens drei Jahre bis zum ersten Spatenstich einstellen müssen.

Infrastrukturell ist Pfrondorf gut vorbereitet: Grundschule, Ganztages-Schule, Sportplätze (einer sogar mit von der KST gut gepflegtem Naturrasen!), Dorfladen, lebendige Vereine etc. sind vorhanden.

Projekt 2: Gewerbegebiet an der Blaihofstraße

Hinter dem bereits zu drei Vierteln fertig gebauten Feuerwehrhaus (1,35 Mio €), das zwei Einsatzwagen und Abholbehälter, Sozial- und Jugendräume bietet, ist ein Gewerbegebiet mit kleinen Parzellen für Pfrondorfer Betriebe in Planung. Der Baubeginn ist für diesen Sommer vorgesehen.

Mit Stolz führt Abteilungskommandant Steffen Lichtenberger die Gäste durch das zweistöckige helle und großzügige Gebäude der Feuerwehr. 30 aktive Mitglieder, darunter eine Frau, sorgen dafür, dass in Pfrondorf nichts anbrennt. Die Jugendfeuerwehr zählt vier Mädchen und sechs Jungen. Tagsüber stehen auch zwei „Gastausrücker“, die in Pfrondorf arbeiten, aber in anderen Orten wohnen, bereit.

 

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Projekt 3: Häckselplatz

Für die Pfrondorfer Haushalte, die Grünmüll produzieren und auch für Lustnauer Bürger wird gerade der Bauantrag eingereicht für den Häckselplatz an der K6912, in der Nähe des Spatzennests.

Er soll jeden Samstagnachmittag vpraussichtlcih von 14 bis 16.30 Uhr geöffnet sein. Er wird von Norden angefahren, die Ausfahrt mündet im Süden auf die Kommunalstraße. Gehäckselt wird je nach Anfall alle sechs Wochen von Frühjahr bis Herbst. Die Kosten werden durch den Ertrag der Hackschnitzel gedeckt. 120.000€ sind im städtischen Haushalt eingestellt.

 

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Projekt 4: Urnenfeld ohne Pflegeaufwand auf dem Neuen Friedhof

Sämtliche Teilorte werden ab 2018 für Begräbnisformen ohne Pflege ausgerüstet, weil heute rund 60% aller Bestattungen mit der Urne vorgenommen werden. Ein Halbkreis mit Gedenk-Stele, Plattenweg und Bank soll angelegt werden. Eine Kommission tagt derzeit.  Das großzügige Erweiterungsgelände in Richtung Gechtklinge wird zur Zeit für Kleingärten genutzt. Der alte Friedhof im Ort wird nach der Schließung 2045 in einen Park umgewandelt.

Ein Problem: Bebauungsplan Herwig-Weg (http://www.tuebingen.de/blpdoc/Bebauungsplaene/5051.PDF)

Ein Bürger möchte die im Bebauungsplan vorgesehene Verdichtung wahrnehmen und seine Garage wie alle anderen bereits ansässigen Bauherren vorn an den Herwig-Weg setzen. Der Bebauungsplan verbietet dies. Die Einsprüche von sechs weiteren Bauherren wurden von der Stadt abgelehnt. „Wie kann es sein, dass die Verbauung eines Drittels des Grundstücks in einer grünen Stadt wie Tübingen Pflicht sein soll?“ Denn die Zufahrt zu einer hinter dem Haus gelegenen Garage erfordert einen langen Weg auf den schmalen Grundstücken.

Text: „Nr. 5 Nebenanlagen (§9 Abs. 1 Nr. 4 BauGB + §14 BauNVO) Im Bereich zwischen vorderer Baugrenze und öffentlicher Verkehrsfläche (Baugrenze als gedachte Linie bis zu den seitlichen Grunstücksgrenzen verlängert) sind Nebenanlagen, soweit sie Gebäude sind und Garagen, unzulässig…“

Die Tübinger Liste empfiehlt, die Bürger-Sprechstunden bei OB Palmer und BB Soehlke in Anspruch zu nehmen, da der Bebauungsplan rechtskräftig ist.

 

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 Anwesend:

Siegfried Rapp, Ortsvorsteher Pfrondorf

mehrere Bürger

Im Sportheim: August Walker

Stefan Brenner, Interessent für Bauplatz aus Herrenberg

Für die Tübinger Liste: Reinhard von Brunn, Ernst Gumrich, Klaus Dieter Hanagarth, Christian Wittlinger

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