Prüfsteine: Was wollen Senioren?

Lobbyarbeit fürs Altwerden

Der Tübinger Stadtseniorenrat hat fünf Prüfsteine für die Gemeinderatswahl am 26. Mai 2019 ausgearbeitet:


Ist die Universitätsstadt Tübingen auf die Jugend fixiert? Der Stadtseniorenrat meint: Ja. Dabei sieht die Alterspyramide eigentlich genauso aus wie in anderen Städten.


Prüfstein 1: Pflege! Bis zum Jahr 2020 fehlen rund 140 Pflegeplätze, zehn Jahren später seien es bereits 280. Konkret in Planung sind durch den Neubau der Altenhilfe Tübingen am Hechinger Eck und durch private Initiativen 79 Pflegeplätze. Doch es fehlt nicht nur an Kurzzeitpflegeplätzen, sondern auch an Fachkräften. Pläne der Stadtverwaltung, seniorengerechtes Wohnen in den Quartieren mit Bürgerbeteiligung anzugehen, werden erst um 2025 realisiert.


Prüfstein 2: Wohnen im Alter! Wegen der hohen Mieten und fehlender Wohnungen müssten auch ältere Menschen aus Tübingen wegziehen Es fehlt an senioren- und behindertengerechten Mietwohnungen für alle Einkommensgruppen. Eine Chance kann das Programm „Fairer Wohnen“ sein.


Prüfstein 3: Verkehrsplanung. Wie mobil können sich Senioren in Tübingen bewegen? Die Brücke über die Europastraße beim Behördenviertel sollte eine Brücke für Radler und Fußgänger werden. Auch die Kornhausstraße dürfe nicht für Radler geöffnet werden, das sei viel zu gefährlich, meint der Seniorenrat. Auch an anderen Ecken der Stadt, etwa bei der Unterführung beim Epplehaus Richtung Steinlachallee, sei ein gefährliches Pflaster für Fußgänger wie Radler. Beim Bau wurde die Südstadt-Entwicklung noch nicht berücksichtigt. Als kritischen Begleiter für die innerstädtische Regionalstadtbahnplanung konnte der Stadtseniorenrat jetzt den ehemaligen CDU-Stadtrat Albrecht Kühn gewinnen.


Prüfstein 4: Gesundheit und Prävention. Dafür wünscht sich der Stadtseniorenrat eine „zentrale Anlaufstelle“ bei der Stadtverwaltung, die koordinierende Funktionen übernehmen soll. Die Tübinger Familien- und Altershilfe TüFa hat mit Hilfe von Sponsoren jemanden eingestellt, der sich um „prekäre Lebenssituationen“ von Senioren kümmere.


Prüfstein 5: Runder Tisch Altersarmut. Nach dem Vorbild des Runden Tischs Kinderarmut ist man derzeit gemeinsam mit kirchlichen Stellen, der Schuldnerberatung und den Seniorenvertretungen dabei, das Thema Armut im Alter anzugehen. Derzeit sammelt man Informationen dazu. „Es geht um Teilhabe“,sagt Uwe Liebe-Harkort. Er ist seit 2006 Vorsitzender des Stadtseniorenrats und hat angekündigt, dass er in zwei Jahren seinen Vorsitz in andere Hände übergeben möchte.


Termine: Am Dienstag, 9. April, gibt’s eine Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl im „Hirsch“.


Die Wahlprüfsteine dazu hat der Stadtseniorenrat gemeinsam mit dem Kreisseniorenrat, der Hirsch-Begegnungsstätte für Ältere, der Beratungsstelle in der Gartenstraße und dem Patientenforum erarbeitet. Der Stadtseniorenrat mit Sitz in der Schmiedtorstraße 2/1 verfügt derzeit über einen Jahresetat von 25000 Euro. Er veranstaltet jeden Sommer die beiden Seniorenfreizeiten in der Sophienpflege Pfrondorf.

Wetten, dass Sie das alles in unserem Programm wieder finden?!






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