Vier Jahre Prüfzeit oder Hopp und Galopp?

2016 bat die Tübinger Liste die Verwaltung in einem Antrag, die häufigsten Rad-Gefahrenpunkte zu untersuchen und mit der gewonnenen Prioritätenliste die Gefahrenstellen schrittweise zu entschärfen. Das habe Priorität vor den ,Großprojekten‘. Jedenfalls müsse das permanent nebenher laufen. Zu den vielen Gefahrenstellen gehört die Steinlach-Unterführung.

Aber hat sie Priorität 1 oder nur Priorität 2? Niemand weiß es. Vor zwei Wochen bekamen wir offiziell zum Stand unseres Antrags mitgeteilt, dass frühestens 2020 Zeit für die Auswertung sei. Auf der Seite der Grünen und in Gesprächen bekamen wir Schelte, die Verwaltung mit Prüfaufträgen zu beschäftigen. Wir sollten ,unsere Verwaltung‘ in Ruhe arbeiten lassen.

Jetzt wird dieser eine von vielen Gefahrenpunkten wahrscheinlich sofort bearbeitet, damit die AL/Grünen einen Erfolg vorweisen können. Etwas überrascht das Demonstrationsobjekt: Durch die Umgestaltung des Europaplatzes wird sich der Radverkehr genau da grundlegend ändern. Die Planungen dafür sind bereits im Detail und mit einem strengen Zeitplan unterwegs. Hätten wir diesen Antrag gestellt, wären wir sicher gefragt worden, ob wir bei den Sitzungen geschlafen hätten.

Die AL/Grünen gehen davon aus, dass es ,ihre‘ Verwaltung ist. Wenn sie etwas fordern, dann müsse das sofort gemacht werden. Die Bitte der Tübinger Liste aber, endlich die vielen Gefahrenstellen mit einer Radunfall-basierten Prioritätenliste in Angriff zu nehmen, kann gerne von 2016 bis 2020 warten?

Ernst Gumrich, 2. November 2018

Diesen Beitrag teilen