RathFoyer

Man kann es doch als Erfolg sehen, dass die Energie-Ausstellung im Rathaus-Foyer doch nicht alles bleiben soll, was Tübingen den Besuchern bietet. Alle Fraktionen hatten sich auf Anregung der Tübinger Liste schon letztes Jahr zusammengesetzt, um ein Konzept für wechselnde Ausstellungen zu erarbeiten.

Siehe dazu auch im Blog: Innovationen ins Foyer!

Hier ein Artikel von Volker Rekittke im Schwäbischen Tagblatt vom 4. Mai 2016:

Abstimmung über Rathaus-Multimediatisch für 180000 Euro erst in einem Monat

Ob ein Multimediatisch für 180000 Euro ins Rathausfoyer kommt – das beschließt der Tübinger Gemeinderat nun erst in vier Wochen. OB Boris Palmer hätte gern schon am Montag eine Entscheidung getroffen. Doch die Stadträte wollen zugleich den großen Wurf wagen: ein Gesamtkonzept fürs Foyer.

Tübingen. Die Mehrheit im Verwaltungsausschuss möchte gerne ein Gesamtkonzept fürs Foyer, bevor endgültig über den Multimediatisch entschieden wird. Über ein Konzept denken Stadtverwaltung und Rat schon länger nach. Im Interfraktionellen Antrag vom September hieß es: “Das Foyer soll ein einladender Ort sein, an dem man mehr über Tübingen gestern, heute und morgen erfahren kann. Hier soll der Blick auf besondere Attraktionen von Stadt und Universität möglich sein.” Neben Vitrinen und Bildschirmen für Präsentationen, Raum für kleinere Veranstaltungen oder Empfänge nach Trauungen wird in dem Papier auch ein “Medientisch” aufgelistet.

Am Montag stellte Prof. Peter Gerjets vom Tübinger Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) – dem möglichen Kooperationspartner der Stadt – zunächst den etwa Tischtennisplatten-großen Multimediatisch vor. Vom Sommer an könnten Institutsmitarbeiter etwa ein Jahr lang interaktive Karten entwickeln, auf denen zunächst 30 bedeutende Tübinger Objekte, Orte, Gebäude präsentiert werden – am besten in Deutsch und Englisch und mit vielen Bildern, Texten wie auch O-Tönen und Filmen. Tippen Besucher auf der digitalen Karte des hochauflösenden Informationstischs zum Beispiel auf das “Rathaus”, erfahren sie so einiges über das historische Gebäude und seine wechselvolle Geschichte. Mitte 2017 könnte der Hightech-Tisch fertig sein. Kostenpunkt: 180000 Euro, 30000 mehr als bislang im Haushalt für das Projekt eingestellt.

Die Stadträte hatten etliche Fragen an Gerjets. Weitgehende Einigkeit herrschte darüber, dass der Multimediatisch auch an Sonn- und Feiertagen im geöffneten Foyer für Tübingen-Besucher/innen nutzbar sein soll. Zum Thema “Vandalismus” riet Gerjets, eine Überwachungskamera samt Hinweisschildern zu installieren. Zudem sei das Gerät recht robust. Gut nutzbar sein soll es auch für Kinder und Rollstuhlfahrer. Erfahrungen in anderen Städten zeigten, dass ältere Nutzer/innen keine Berührungsängste zeigten. Gut vorstellbar, sogar wünschenswert sei die Kooperation mit der Universität – falls die etwa fürs Schlossmuseum einen weiteren Medientisch anschaffen sollte.

Oberbürgermeister Palmer hätte gern eine Entscheidung getroffen – und den Tisch unabhängig vom Gesamtkonzept beim Leibniz-Institut für Wissensmedien in Auftrag gegeben. Doch die Mehrheit der Ausschussmitglieder (14 von 20) sah das anders. “Der Tisch war der kleinste gemeinsame Nenner”, stimmte Ingeborg Höhne-Mack (SPD) Palmers spürbar ungeduldigem Einwand zu, dass doch alle Fraktionen für den Tisch seien. “Also entscheiden wir jetzt über den Tisch und dann über den ganzen Rest”, so der Appell des OB. “Ich bin optimistisch, dass der Gemeinderat bis zur nächsten Sitzung eine mehrheitsfähige Gesamtlösung gefunden hat”, konterte Höhne-Mack.

Das sah auch Christoph Joachim (AL/Grüne) so. Am besten sei es, so Joachim gestern auf TAGBLATT-Nachfrage, zum Foyerkonzept zunächst noch einmal zwei ausgewiesene Expertinnen zu hören: die WIT-Tourismusbeauftragte Manuela Feiler und die Leiterin des Tübinger Stadtmuseums Wiebke Ratzeburg. “Es gibt viele tolle Ideen”, sagte Joachim, der gern auch noch einmal über den nach Meinung mancher Stadträte recht hohen Preis für den Medientisch reden möchte.

Mehr als vier Wochen Verzögerung sollten es allerdings nicht mehr sein, machte Gerjets abschließend klar -sonst werde es allzu eng und das Gesamtprojekt sei in Gefahr.

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