radlerfussgschock

…”Eben auf dem Weg ins Büro: in der Neckargasse begegneten mir in der Baustelle (Engpass) zwei schnell fahrende Räder – weiter oben der Holzmarkt: von Richtung Marktplatz kam mir ein  Radfahrer flott entgegen, ich bin nach rechts ausgewichen, in dem Moment kam von hinten ein anderer Radler regelrecht angeschossen, es ging um Zentimeter – er fuhr ungeniert weiter.  Ein alter, schlecht mobiler Mensch wäre gestürzt. Ich verstehe, warum sich viele Senioren nicht mehr „auf die Gass“ trauen – aber das darfst Du als Argument ja gar nicht mehr bringen, sonst wird man als „populistisch“  abgestempelt. Ich bin noch ganz am Zittern, das ist mir echt in die Knochen gefahren.”

Dies ist die Erfahrung einer Fußgängerin von heute, 12. Mai 2017. Doch eigentlich wiederholt sich diese Situation in Tübingen fast täglich. Besonders gefährlich: Bei Rot durch den Zebrastreifen rasende Radfahrer die Mühlstraße abwärts. Warum wird nichts getan, um hier wenigstens die Regeln einzufordern?

Bürgermeisterin Dr. Arbogast meinte dazu, dass 1 (in Worten: EIN) Mitarbeiter zuständig sei für die gesamte Fußgängerzone, dass außerhalb dieser (auf der Neckarbrücke etc.) Radler gar nicht kontrolliert würden und OB Palmer durch die zunehmende Zahl der Radler keine erhöhte Gefährdung sieht…

No comment. Oder doch?

Claudia Braun von der Tübinger Liste stellte im Gemeinderat folgende Anfrage:

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25. April 2017

Frage zu Fahrradkontrollen 

Es ist Frühjahr, das Semester an der Universität hat begonnen – und es sind wieder deutlich mehr Radfahrer unterwegs. Darunter leider sehr viele, die trotz Verbotes die Fußgängerzone befahren, und dies häufig mit hoher Geschwindigkeit. Auch die Baustelle in der Neckargasse ist davon nicht ausgenommen und die Gehwege auf der Neckarbrücke. Vom Überfahren roter Ampeln bei Fußgängerüberwegen ganz zu schweigen.

Diese rücksichtslose Fahrweise gefährdet täglich Fußgänger, insbesondere Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderung, die nicht so rasch ausweichen können.

Wir hören vermehrt Klagen Tübinger Bürgerinnen und Bürger, die sich bei uns melden und fragen, ob überhaupt Kontrollen stattfinden und diese Verstöße geahndet werden.

Bereits 2015 hatten wir eine Anfrage im Gemeinderat nach Fahrradkontrollen gestellt. Die Zustände haben sich seitdem deutlich verschärft, das Gefährdungspotenzial für Fußgänger zugenommen.

Meine erneute Frage daher:

  1. Werden in der Altstadt (Fußgängerzone) sowie im Bereich Mühlstraße – Neckarbrücke durch Verkehrspolizei und Ordnungsamt regelmäßig Radfahrer kontrolliert?
  2. In welcher Frequenz und wo finden diese Kontrollen statt?
  3. Welche Möglichkeiten sieht die Stadtverwaltung, die Sicherheit für Fußgänger im Innenstadtbereich zu erhöhen?

Claudia Braun (Fraktion Tübinger Liste)

 

Foto: www.auto.de

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