” Belastungsgrenze längst überschritten

… Mit dieser Art, Veranstaltungen zu genehmigen, konterkariert die Stadt Tübingen ihre eigenen Bemühungen, die Tübinger Altstadt wieder zu einem lebenswerten Ort zu machen, an dem die Bewohner auch ihre dringend benötigte Nachtruhe bekommen. Es hilft nichts, den Mitarbeiterstamm des städtischen Ordnungsdienstes aufzustocken und Schilder aufzustellen, die die Nachtruhe anmahnen, wenn man gleichzeitig so wahl- und sinnlos Genehmigungen verteilt.
Folgendes sollte sich in meinen Augen dringend ändern:

  1. Veranstaltungen sollten terminlich entzerrt werden (und notfalls auch nicht genehmigt werden, wenn sich sonst so irrwitzige Konzentrationen ergeben wie am letzten Wochenende).
  2. den Veranstaltern der Sommertheater sollte klar gemacht werden, dass auch leises Theater gutes Theater sein kann (und im Falle der Nähe zu Hunderten von Anwohnern auch leise sein muss).
  3. Veranstaltungen sollten nicht beliebig über 22 Uhr hinaus genehmigt werden (das Sommertheater könnte früher starten und dafür um 22 Uhr beendet sein). Veranstaltungen wie das Ract-Festival und das Stadtfest kann man nicht bis 1 Uhr nachts genehmigen. Es sollte spätestens um Mitternacht Schluss sein, zumindest sollte keine Musik mehr erlaubt sein.
  4. Und: Die Tübinger Altstadt braucht weder eine weitere Laufveranstaltung noch einen weiteren Markt. Es sollte erkannt werden, dass die Belastungsgrenze (nicht nur nachts, auch tagsüber) längst überschritten ist.

12. Juli 2019, Jochen Schönfeld, Tübingen

Diesen Beitrag teilen