Schlagzeilen oder Fortschritte?

Alles muss einmalig sein. Ständig müssen bundesweite Schlagzeilen her.
Fünf Beispiele: (1) Wir sollen für € 232 Mio. eine Innenstadtstrecke der Stadtbahn bauen, obwohl sie in der Bauzeit bis 2030 die Innenstadt zum Stillstand bringt und danach störend, technisch veraltet und unbezahlbar sein wird.
(2) Wir kündigen „bundesweit einmalig“ eine Verpackungssteuer auf Einweggeschirr an, obwohl eine lokale Steuer rechtlich scheitern muss.
(3) Wir experimentieren mit der noch unfertigen Bürger-App, preisen sie aber schon als neue Demokratieform.
(4) Wir brandmarken unsere Tübinger Grundstücksbesitzer als die Schuldigen der Wohnungsmisere, erklären sie zu asozialen Spekulanten und drohen mit ihrer Enteignung.
(5) Wir kamen in den letzten fünf Jahren laut ADFC bei der Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer keinen Schritt, keine Radumdrehung voran, planen aber die € 6,2 Mio. teure Baumwipfel-Brücke an der Derendinger Allee als Wunderwaffe, um ein paar hundert Meter Nur-Radweg zu beschleunigen. Die hohe Brücke wird zum Symbol für Abgehobenheit: Groß, einmalig, teuer, der reale Nutzen wird fast zur Nebensache.

Die besseren Lösungen setzen unten an, kreativ und konsequent bei den konkreten Problemen.
Alle fünf Beispiele nochmals rückwärts, (5): Vor drei Jahren forderten wir die Verwaltung auf, die Unfallberichte mit Radbeteiligung auszuwerten und so Hunderte von kleinen Gefahren systematisch auszumerzen. Antwort: „Keine Zeit, wir planen Radbrücke.“
(4) Statt leerer Enteignungsdrohungen: Gespräche mit und Angebote an die Eigentümer, Beschleunigung der geplanten Baugebiete, Vorplanung des Saiben, Reduzierung bürokratischer Hemmnisse, Finanzspritze für die städtische GWG: So entstehen günstige Wohnungen.
(3) Testen und verbessern wir die Bürger-App statt voreilig damit zu prahlen.
(2) Gehen wir das Müllproblem umfassend an: Gute Müllentsorgung, einheitliche Pfandsysteme, Aufklärung bis in Schulen und Kitas, schmerzhafte Strafen für rücksichtsloses Wegwerfen. Und zur Stadtbahn
(1): Lasst uns Alternativen entwickeln, wie Bus-Direktlinien außenherum zu Kliniken/Morgenstelle und die Vorbereitung der Mobilitätswende. 


Für erfolgreiches Arbeiten hört man zu und lässt das Trommeln der Schlagzeilen weg. Nicht in Talkrunden, im Rathaus wird unsere Stadt geformt.
Wählen Sie deshalb am 26. Mai einen guten Gemeinderat, mit 40 Stimmen für die Tübinger Liste.

Gebhart Höritzer, Stadtrat der Tübinger Liste

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