Über die neue gymnasiale Oberstufe der Tübinger Gemeinschaftsschule (GMS) West wurde vorab viel diskutiert. Jetzt hat das Schuljahr begonnen („Eine besondere Schulform“, 11. September).

Sinnbildlich steht der letzte Abschnitt des Berichts, dass die Schüler der Klassen 6 bis 10 aufräumen müssen und die neue Oberstufe in ihre Klassenzimmer geht.

35 von 79 Schülern sind übrig geblieben von den Bewerbungen zum 1. März des Jahres. Dass 29 Schüler plötzlich die lang bekannte Hürde von 2,3 (festgelegt von der grünen Regierung und ihren Bildungsberatern) nicht geschafft haben, wird nicht thematisiert. Waren diese Schüler nur Mittel zum Zweck, um dem Schulgesetz zu genügen, dass eine Anzahl von 60 Schülern für die Einführung fordert? Oder haben sich die Schüler im zweiten Halbjahr so dramatisch verschlechtert und ihre GMS-Lehrer konnten es bei allem Goodwill nicht vertreten, diese Schüler den Anforderungen der Oberstufe auszusetzen? Gott sei Dank sind alle 44 übrigen Schüler in unserem schon lange hervorragend funktionierenden beruflichen Schulsystem untergekommen oder haben eine duale Ausbildung angetreten.

Klagen und Schuldzuweisungen hört man nur aus Politik und Verwaltung über ihr selbst verursachtes Informations- und Organisation-Chaos, „Zwangsabordnungen“, Lehrer mit und ohne GMS-Erfahrung …

Es wäre sinnvoller, wenn sich die GMS darauf konzentrieren würde, Schüler, die nicht gleich aufs Gymnasium gehen, so qualifiziert zum mittleren Bildungsabschluss zu führen, dass sie die bestehenden vielfältigen Möglichkeiten des beruflichen Schulsystems und der dualen Ausbildung nutzen können. Da braucht’s keinen Sonderweg für 35, nur um politische Träume zu erfüllen.

Thomas Unger, 15. September 2018

Diesen Beitrag teilen