Samstag, den 10. November 2018

…und Claudia Braun hörte zu

Wer könnte Senioren oder solche, die es werden wollen, besser beraten als die Leiterin der Beratungsstelle für ältere Menschen und deren Angehörige e.V.? Claudia Braun steckt bis über die Ohren im Thema und nimmt sich dennoch die Zeit, als Stadträtin der Tübinger Liste für ihre Zielgruppe zu werben. Wie geht es weiter, wenn ich nicht mehr kann? Auf diese Fragen hat die Expertin viele Antworten. Eine davon erlebt sie täglich über ihrem Büro: Dort haben sich zwei Senioren-Wohngemeinschaften eingerichtet, ein Beispiel, das mit Sicherheit Schule macht.

Das Alter der Besucher bei der SENFIT 2018, einer Messe des Schwäbischen Tagblatts lag zwischen 70 und 85 Jahren. Rund die Hälfte kam von Orten außerhalb Tübingens, Wannweil, Bodelshausen, Dettenhausen, Horb…

Während einige lobten, dass sie sich hier ohne Eintritt im “politikfreien” Raum bewegen konnten, bemängelten andere, dass die großen Parteien wohl zu bequem seien, auf der Messe zu beraten und sich die Sorgen der Senioren anzuhören. “Die meinen wohl, wenn sie im April anfangen, Wahlkampf zu machen, das reicht. Wir werden immer mehr und brauchen eine Lobby im Gemeinderat, gerade weil wir in einer Stadt wohnen, in der die Studenten das Straßenbild beherrschen. Sonst kommen unsere Interessen unter die Räder!”

Den einfachen und angstfreien Umgang mit Elektronik boten mehrere Stände an, Beratung für das richtige Testament, Erleichterungen für den Alltag. Aber auch eher Lustbetontes wie Reiseangebote lockten die Senioren.

An Tischen sitzend konnten Besucher nachmittags der Podiumsdiskussion folgen zum Thema “Gemeinsam statt einsam: Neue Wohnformen für Senioren”. Ralf Deininger (Verein “Mitten im Leben”), Sylvia Haden (Bewohnerin des Nonnenmacher-Hauses), Jürgen Inreiter (Immobilienmakler), Volker Kiesel und Uwe Liebe-Harkort (Vorsitzender des Stadtseniorenrats) beantworteten unter der Moderation von Stefan Zibulla Zuhörer-Fragen zu neuen Wohnideen für ältere Menschen. Zibulla leitet die Redaktion von “die kleine”, einer kostenlosen Zeitschrift des Tagblatt-Verlags.

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Die Beratungsstelle in der Gartenstraße 28, im sogenannten grünen Nonnenmacher-Haus, richtet sich an ältere Menschen, deren Angehörige sowie Nachbarn, Freunde und Pflegekräfte, die ältere Menschen betreuen.

Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle informieren über die örtlichen Hilfen im Alter und unterstützen bei Entscheidungen in der Vielfalt der Angebote. Die Mitarbeiterinnen beraten und begleiten ältere Menschen und deren Angehörige in problematischen Situationen, die sich durch das Älterwerden ergeben.

Darüber hinaus unterstützen sie das soziale Umfeld, wenn ältere Menschen psychisch und/oder geistig erkrankt sind. Neben Gruppenangeboten und Projekten bietet die Beratungsstelle zahlreiche Fortbildungen und Vorträge an zu Themen rund ums Alter.
Folgende Abteilungen sind unter dem Dach der Beratungsstelle:
– Ehe-, Familien- und Lebensberatung für ältere Menschen (EFL)
– Informations-, Anlauf- und Vermittlungsstelle (IAV)
– Gerontopsychiatrische Beratungsstelle (GPB)

Regelmäßige Angebote:
– Alzheimer-Angehörigengruppe
– Selbstständig leben im Alter (SELMA): Betreutes Wohnen zu Hause
– Besuchsdienst für dementiell erkrankte Menschen
– Gedächtnistraining für gesunde ältere Menschen und für dementiell erkrankte Menschen
– zahlreiche Vorträge, Fort- und Weiterbildungen

 

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