Stadtbahn: Die Summe der Argumente macht’s

Lange und gründlich haben wir nachgedacht, recherchiert und zusammengestellt, was uns fehlt in den offiziellen Werbe-Botschaften der Befürworter einer Tübinger Innenstadtstrecke. Die Summe der Argumente, die wir gegen die Stadtbahn gefunden haben, ist erdrückend, der Wunsch nach Alternativen wuchs. Hier ist das Dokument zum Herunterladen.

Gerade frisch reingekommen: Das hoch gelobte Karlsruhe ist unter Baustellen begraben. Und dies schon seit Jahren. Teuer, zu langsam, unwirtschaftlich. Und das hat Methode. Hmmm. Schauen Sie selbst: https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-teuer-und-verplant—kostenfalle-staatliche-bauprojekte-100.html

7. Mai:gleich drei Störungen im nahen Umkreis. Traurige Bahnkunden, kalte Füße, Ersatzverkehr… Wo bleibt der Lobpreis der Umsteigefreiheit?

Und Unfälle gibt es auch:

Straßenbahn als Gefahr für Fußgänger?

In Karlsruhe gibt es immer wieder schwere Unfälle. Doch einfache Erklärungen oder Abhilfe gibt es nicht.

Ein Lastwagen fährt bei Rot über eine mehrspurige Kreuzung, kracht in eine Straßenbahn und hebt sie aus den Gleisen. 17 Menschen werden verletzt. Eine 37-jährige Frau stirbt beim Versuch, die Gleise an einer Haltestelle zu überqueren. Zwei dramatische Unfälle, die sich dieses Jahr in Karlsruhe ereignet haben. Hat die Stadt ein Problem mit Straßenbahnunfällen?

Eine Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) aus dem Jahr 2016 sagt „ja“: Sie zeichnet ein Bild von Karlsruhe als besonders gefährliche Stadt. Bei den Todesfällen, an denen Straßenbahnen beteiligt waren, verzeichnete die Stadt 2018 sogar einen Höchststand.

Doch geht man tiefer in die Zahlen, zeigt sich ein anderes Bild: Die Gesamtzahl der Verunglückten war 2018 so niedrig wie seit Jahren nicht mehr. Laut Polizeistatistik kamen in Karlsruhe 56 Menschen bei Straßenbahnunfällen zu Schaden. In Stuttgart waren es 84, in Mannheim 59, in Freiburg 52 und in Heidelberg 12. Direkte Vergleiche sind aber schwierig: Die Städte sind unterschiedlich groß – und in Stuttgart zum Beispiel fahren viele Straßenbahnen unterirdisch.

Die Unfälle ließen sich nur schwer systematisieren, sagt Matthias Zimmermann, Verkehrsforscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). In der Regel seien Regelverstöße und Unaufmerksamkeit anderer Verkehrsteilnehmer die Ursache: Autofahrer, die bei Rot fahren, unerlaubt abbiegen oder wenden. Fußgänger, die noch schnell über Gleise gehen oder abgelenkt sind.

In Karlsruhe trainieren Straßenbahnführer mittlerweile für solche Fälle: „Wir haben für eine Million Euro vor einigen Jahren einen Fahrsimulator angeschafft, wo unsere Fahrer auf gefährliche Situationen hin geschult werden“, sagt Michael Krauth, Pressesprecher der Verkehrsbetriebe. Auch baulich tut man etwas für die Prävention: Sogenannte Z-Übergänge sollen die Blickrichtung der Fußgänger in Richtung einfahrender Bahnen lenken. Ein Pilotprojekt mit sogenannten Guide-Lights, in den Boden eingelassene Lichtleisten, wird allerdings nicht weiter verfolgt. Neben technischen Problemen bestehe die Gefahr, dass sich Verkehrsteilnehmer nur noch auf die Technik verließen, sagt Krauth. ⇥dpa, Dürmuth, Simone

Verlag: Schwäbisches Tagblatt GmbH
Publikation: Schwäbisches Tagblatt – Tübingen
Ausgabe: Nr.94
Datum: Dienstag, den 23. April 2019
Seite: Nr.8

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