Stadtbahn durch Tübingen: Umfrage

Wer einen Nutzen sieht, wenig zahlen und die Baustellen nicht fürchten muss, stimmte für die Innenstadtstrecke durch Tübingen. So sieht das ungeschminkte Ergebnis einer privaten Umfrage aus.
Vor allem Berufspendler und Studenten sollen von der Straßenbahn profitieren, weil sie umsteigefrei zum Klinikum auf dem Berg führe, so das Werbeargument.
Dagegen fürchten Tübinger Bürger jahrelange Baustellen, hohe Kosten und eine Festlegung auf starre Gleise.

Nachdem die offiziellen städtischen Informationsveranstaltungen zur Regionalstadtbahn nur von wenigen älteren Einwohnern besucht waren, befragte das Schwäbische Tagblatt 1567 Personen in Tübingen und weitere 1774 im Einzugsbereich der Regionalbahnen (433 in Ammerbuch, Kusterdingen und Kirchentellinsfurt, 609 Personen in Rottenburg, 732 im Steinlachtal). Außer Acht gelassen sind dabei Gemeinden der Region, die keinen Bahnhof in ihrer Nähe haben und für welche das Argument der Umsteigefreiheit nicht zählt.

Die Fragen des Schwäbischen Tagblatts:

  • Muss Tübingen den Öffentlichen Personennahverkehr ausbauen, und soll eine Stadtbahn durch Tübingen fahren: Ja/Nein
  • Sind Sie für oder gegen eine Stadtbahn in Tübingen (Einfache Auswahl)
  • Eine Stadtbahn soll vor allem viele Menschen zu Stoßzeiten aus dem Tübinger Umland umsteigefrei in die Tübinger Innenstadt oder zum Universitätsklinikum transportieren. Gibt es dazu Alternativen? (Einfache Auswahl)
  • Würden Sie selbst eine Stadtbahn in Tübingen benutzen? (Ja/Nein)
  • Am geplanten Bürgerentscheid sollten nicht nur die Tübinger teilnehmen, sondern alle möglichen Benutzer einer Stadtbahn in Tübingen, also Einwohner der Landkreise Tübingen, Reutlingen und Zollern-Alb. (Ja/Nein)


„Die Stadtbahn in Tübingen ist umstritten. Das zeigen die Diskussionen seit Jahren. Im Herbst 2018 hat die Stadtverwaltung die Bürger mit mehreren Foren beteiligt. In diesem Jahr sollen vor allem Alternativen erarbeitet werden, ehe dann für 2020 ein Bürgerentscheid geplant ist. Das TAGBLATT wollte wissen, wie die Stimmung ist. In unserem Auftrag hat die Bremer Firma Hänjes Verlagsdienstleistungen eine Telefonumfrage ab September durchgeführt, zunächst in Tübingen und in den Folgemonaten auch im Steinlachtal, in Rottenburg und in Kreisgemeinden. 3341 zufällig ausgewählte Leser und Nichtleser haben mitgemacht. Es konnten also keine Interessensgruppen Einfluss üben. Die Umfrage ist zwar nicht wissenschaftlich, hat aber durch die Zahl und Auswahl durchaus Aussagekraft. Die Tübinger Ergebnisse hatten wir bereits am 25. Januar veröffentlicht.“

Schwäbisches Tagblatt vom 22. Juni 2019

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