Wer beweist, dass der Bahnhof Lustnau plötzlich unwirtschaftlich ist?

BahnhofLustnau

Bei den bisherigen Debatten um die neuen Regionalbahn-Haltepunkte Güterbahnhof und Neckaraue (Modul 1) hatten wir Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit eines Haltepunkts Neckaraue/Au Ost bezweifelt. Stattdessen plädierten wir für eine Beibehaltung des Bahnhofs Lustnau. Zumal viele Lustnauer und die Bewohner des neuen Viertels Alte Weberei ihren nahe gelegenen Haltepunkt nicht verlieren möchten. Die so eingesparten rund 5 Millionen Euro sollten in den Bau der viel diskutierten Unterführung am Haltepunkt Güterbahnhof investiert werden.

Doch da erhob sich ein Proteststurm von Experten und Pseudoexperten aus anderen Fraktionen und Verwaltung. So könne man doch nicht mit den Ergebnissen der “Standardisierten Bewertung” (Wirtschaftlichkeitsberechnung) umspringen. Und wir wurden belehrt: weil der Haltepunkt Neckaraue im Industriegebiet liegt und potentielle Nutzer bei der Berechnung der Wirtschaftlichkeit einer neuen Strecke nur zählen, wenn sie “neu” sind und zudem dann auch noch mit einem höheren Faktor bewertet werden, wenn sie von Industrie und Handel stammen, hebe der Haltepunkt Neckaraue mit seinen potentiellen Neukunden die Wirtschaftlichkeit der gesamten Bahnstrecke nennenswert.

Keine Antwort gab es auf die Fragen,

  • wie seriös denn die Anzahl erwarteter Neukunden erhoben wurde.
  • Wie viele Arbeitsplätze in wie vielen Betrieben gibt es am unteren Neckar überhaupt?
  • Wurden die Arbeitnehmer befragt, wer ernsthaft vom Auto auf die Bahn umsteigen würde?
  • Und wie viele Kunden der Bahn verloren gingen, wenn der Bahnhof Lustnau geschlossen wird?
  • Entsteht in der Neckaraue vielleicht ein Phantom-Haltepunkt ohne Passagiere?

Aber es kann eben nicht sein, was nicht sein darf. Um bei dem Milliarden-Projekt  Regionalstadtbahn nicht unter den Nutzen-Kosten-Quotienten 1 zu fallen, wird schöngerechnet und hinter unverständlichen Formeln versteckt, was das Zeug hält.

Neuestes Beispiel: Bahnhof Bad Niedernau (Modul 2). Da wird ein uraltes Modelleisenbahnhöfle flugs für barrierefrei erklärt, obwohl es das noch nie war. Lesen Sie selbst nach.

Wir alle kennen genügend Beispiele laufender  Großbauprojekte, bei denen Baulobby, Interessenverbände und leider auch Politiker jeglicher Couleur einem Grössenwahnsinn verfallen, den künftige Generationen ausbaden müssen.
Unsere Skepsis zur Regionalstadtbahn wird durch die geschilderten Beispiele nicht geringer.

BADNIED

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